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 Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade

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Talis

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   So Dez 09, 2012 3:58 pm

Zuerst war sich der Kronprinz nicht ganz sicher gewesen, ob ihm Caitlin heute verzeihen würde. Gewiss hätte sie es irgendwann getan aber ob sie ihm für heute vergeben würde, war ihm für einen Moment ein wenig unklar. Doch dann legte sich dieses verliebte Lächeln auf ihre Lippen und irgendwie wusste er da bereits, dass sie ihm doch vergeben würde, „Manchmal bin ich eben ein Kindskopf..aber ich bin mir sicher, dass du mich in die Richtung Verändern wirst wenn wir uns jeden Tag sehen können.“. Auf der einen Seite hoffte er es wirklich, denn wenn er sich wie ein Kind benahm dann war ihm am Ende meistens immer irgendjemand Böse. Ob nun sein Vater es war oder Caitlin – manchmal sogar sein Lehrmeister oder andere Menschen die er kannte – daher war eine Veränderung wahrscheinlich sehr angemessen. Doch auf der anderen Seite mochte er diesen Kindskopf doch ein wenig, wenn er einfach nicht über die Konsequenzen bei unwichtigen Belanglosigkeiten nachdachte. Irgendwann musste er jeden Tag ernst sein und das war etwas, dass ihm bereits jetzt auf den Magen schlug wenn er nur daran dachte. Die Gedanken verschwanden jedoch bald, die er sich über das Thema machte, denn Caitlin sprach etwas an dass ihm ebenso wenig behagte. Die Ankündigung mehr als nur einen Tanz von ihm zu verlangen schätzte er als absolute Selbstfolterung ein, aber wenn man es genau betrachtete war es ihm so lieber als wenn sie mit anderen Männern tanzte. Selbst wenn sie mit einem Mann tanzte dem er sein Leben anvertraute, ertappte er sich immer dabei wie er etwas eifersüchtig war. Nicht weil der andere wahrscheinlich besser als er selbst Tanzen konnte , denn das war zugeben keine große Kunst, sondern eher weil er ihre Nähe genießen durfte. Auf eine unscheinbare Art und Weise gegen die Talis nichts sagen konnte, außer derjenige platzierte seine Hände falsch. Ihre unschuldige Stimmenlage und der zarte Kuss auf seine Wange passten daher nicht ganz zu ihrem Entschluss, aber er wäre ein Narr gewesen wenn er das jetzt laut ausgesprochen hätte. „ Dann sollte ich euch wohl besser auf die Tanzfläche führen, damit ihr bald erlöst seit von meinen miserablen Tanzkünsten“ ,sagte er scherzhaft und führte seine Geliebte dann zu der Tanzfläche.

So gut es Talis gelang, begann er sich der Schrittabfolge und der Musik zu widmen und gleichzeitig Caitlin dabei in die Augen zu sehen. Was recht schwer war, da er ihr nicht auf die Füße treten wollte. Jedoch wurde Caitlins Hartnäckigkeit in der Hinsicht belohnt, dass er ihr nur noch selten auf die Füße trat. Er hatte sie bei jeder Gelegenheit zumindest einmal zum Tanzen aufgefordert, da er wusste wie sehr sie es mochte selbst wenn er ein scheinbar hoffnungsloser Fall war. Trotzdem konnte er noch nicht die volle Entspannung und ruhe aufbringen um beim Tanzen in ihre Augen zu versinken. Wahrscheinlich würde es im Chaos enden wenn er das momentan täte. Eine neue Geschichte für die Tratschweiber der Straße und am Hofe, die er sich förmlich ausmalen konnte. Denn er würde nicht nur Chaos in seiner eigenen Schrittfolge verursachen, sondern wahrscheinlich auch ganz neben her die gesamten anderen Paare behindern und vollkommen aus dem Tanz heraus bringen. Doch sollte ihr gemeinsamer Tanz lediglich ein ganzes Lied lang dauern, denn dann erregte etwas anderes seine Aufmerksamkeit – auch wenn er sie viel lieber einfach ignoriert hätte.

„ Sir Arthur ist mit einem Brief für den Großfürsten Talis von Byrith, König von Kyrillia erschienen.“.

Dieser Satz brachte ihn dazu, sich halb von Caitlin abzuwenden und ein wenig entgeistert und verwirrt zu dem Boten zu sehen. Da die Paare aufgehört hatten sich im Kreis zu drehen und ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Boten richteten sah er entschuldigen zu Caitlin. „ Ich bin sofort wieder da Liebste..“ ,raunte er ihr sehr leise entgegen und drängte sich dann zwischen den Gästen hindurch. Dabei nahm er, wenn auch sehr widerwillig, seine schwarze Maske ab und hängte sie an den ledernen Gürtel. Schließlich blieb er vor dem Boten stehen und bedachte ihn mit einem ernsten Blick, denn schließlich hatte er Talis als König ausrufen lassen und das war der junge Mann nicht. Er beobachtete wie Arthur sich vor ihm verbeugte und ihm in seiner fließenden Bewegung den kleinen Lederbeutel und den versiegelten Brief reichte. Dabei flüsterte der etwas jüngere ihm einen Satz ins Ohr, der sofort jegliche Farbe auf Talis Gesicht verbannte. Als hätte er gerade einen Geist gesehen, musterte er den Blonden und schien einfach einen Moment um Worte und Fassung zu ringen. „ Sorge dafür, dass Cináed sich um die Männer kümmert. Alle müssen morgen früh am Morgen zum Abmarsch bereit sein. Wir nehmen nur die Gesunden mit!“ ,sagte er ernst und sah dem Krieger hinter her, wie er aus dem Ballsaal verschwand. Wie lange Talis ihm hinter her gestarrt hatte und ihm scheinbar wieder sämtliche Gesichtszüge entglitten waren wusste er nicht. Er wusste nur, dass er sich danach gedankenverloren um wandte und den Brief erst einmal in die Innentasche seines Wamses schob. Seine Füße führten ihn zu einem Tisch wo Kelche und eine Weinkaraffe stand und er sich ohne große Umschweife den Kelch gänzlich voll füllte. Umso erstaunlicher war es, dass er diesen Kelch ohne ihn einmal von den Lippen abzusetzen leerte. Nur wenige wussten, dass Talis früher sehr regelmäßig viel Alkohol getrunken hatte und so war dieses bisschen Wein kein Problem – wenn auch wahrscheinlich erschreckend für Caitlin, denn solch eine Seite kannte sie von ihm nicht. Obwohl er gerade recht viel von dem alkoholischen Getränk zu sich genommen hatte, wollte die Farbe nicht wieder in sein Gesicht zurück kehren. Leichenblass öffnete er den kleinen Beutel und betrachtete den Siegelring darin, bevor er sich diesen schwer schluckend an den rechten Zeigefinger steckte. Während er diesen betrachtete, goss er sich mit der Linken den Kelch wieder voll auch wenn er diesen nicht sofort wieder leerte. Der leere Blick des jungen Mannes war einfach nur auf dem Ring haften geblieben, obwohl sich die Hand bereits um den gefüllten Kelch geschlossen hatte.

[tanzt mit Caitlin | geht zu dem Boten | gibt Marschbefehle | wendet sich am Rand des Raumes dem alkohol zu | steckt sich einen Siegelring an den Finger]

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Reiter preschen durch die Menge, Bogenschützen lichten Reihen, Lanzenträger Katapulte, Mauern brechen, stürzen ein. Auf der Höhe die Strategen, Boten hetzen durch die Schlacht, Der Spion in Feindeshand - Ein Hinterhalt in finst'rer Nacht..Das Kriegsglück liegt bald hier, bald dort, Gegner tasten, suchen Lücken, Brechen durch - ein Gegenschlag. Man sieht Männer Waffen zücken. Einer dann den Ausfall wagt, Recken prallen aufeinander. Panzer scheppern, Schilde brechen, Klingen suchen, finden, stechen...
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Mi Dez 12, 2012 3:43 am

Caitlin genoss den Tanz, auch wenn sich hin und wieder ein kleiner Patzer einschläuste, den sie jedoch nicht erwähnte um den Moment nicht zu verderben. Flüssig glitt sie von einem Tanzschritt in den anderen und wirbelte um die anderen Paare herum. Sie liebte die Atmosphäre beim Tanzen, das Gefühl in ihrem Bauch, das jedoch auch von Talis Nähe kommen konnte, die Musik, die anderen Paare. Lächelnd blickte sie beim Tanzen nach oben, in das Gesicht ihres Geliebten.

Ein Ausruf ließ sie beide Stocken. 'Von wem wohl der Brief ist ?' sie runzelte die Stirn und blickte zu dem Aufrufer. Dann blickte sie zu Talis der auf den Boden blickte, sie dann jedoch ansah und murmelte, er sei gleich wieder da. Kurz hielt sie seine Hand noch fest, bevor sie sie losließ und ihm hinterher blickte. Sie schluckte als er im gehen die Maske abnahm.
Sie beobachtete wie er den Boten mit einem fast finsterem Blick ansah, dann jedoch änderte sich sein Gesichtsausdruck und er wurde Kalkweiß. Er steckte den Brief ein, schickte den Krieger fort und...und schüttete ein volles Glas Wein herunter. Leise schnappte sie nach Luft und setzte sich fast gleichzeitig in Bewegung. Sie hatte zwar gehört, das es einmal Probleme mit Alkohol gegeben hatte, doch das er einfach ein Glas Wein, ein volles, einfach so wegtrank hatte sie nicht gedacht.

Caitlin kam mit ruhigem Gesichtsausdruck bei dem Prinzen an. Die rechte Hand legte sie auf seinen Arm, die linke entwand ihm fließend das Glas Wein und stellte es auf den Tisch zurück. Ohne etwas zu sagen zog sie ihn mit sanfter Gewalt herum und drückte ihn dann ruhig aber bestimmt in Richtung Tür. Sie warf den beiden Wachen einen Blick zu und sofort öffneten sie sie. Die junge Frau zog den Prinzen aus dem stickigen Saal und führte ihn nach draußen an die frische Luft. Sie schickte die Wache, die direkt neben der Tür stand ein paar Meter weiter von ihnen weg und blieb dann stehen. Mit wachsamen Augen musterte sie den Mann vor ihr.

[tanzt mit Talis | beobachtet Talis und den Boten | entwendet Talis das Glas wein | führt ihn an die frische Luft]
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Talis

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr Jan 11, 2013 11:36 am

Talis hatte die Wand angestarrt und gerade als er den Kelch wieder an die Lippen setzen wollte, spürte er wie ihm dieser aus der Hand genommen wurde. Sein leerer Blick traf den ernsten und entschlossenen seiner Verlobten. Noch bevor er etwas dagegen tun konnte – oder auch nur den Weinkelch erreichte um diesen mit zu nehmen – griff Caitlin seine Hand und zog ihn mit. Ohne einen Versuch zu machen sich zu wehren, ließ er sich nach draußen ziehen. Dabei rasten seine Gedanken und kamen doch zu keinem Stillstand.
Draußen angekommen sah er dabei zu , wie seine Liebste die Wachen davon jagte und sich ihm dann zu wandte. Talis selbst sah den Wachen einen Augenblick hinter her, selbst wenn diese schon lange aus seinem Blickfeld verschwunden waren. Er konnte hören wie das Blut in seinen Ohren rauschte und sein Brustkorb sich anfühlte, als hätte jemand einen Gürtel um diesen gelegt und ihn so fest zu gezurrt wie es ihm möglich war.. Auch wenn er keine Atem Beschwerden hatte, so fühlte es sich dennoch an als müsste er um jeden einzelnen kämpfen. Ohne es wirklich zu bemerken ging Talis langsam rückwärts, bis sein Rücken gegen die Wand traf. Ebenso langsam ließ er sich schließlich zu Boden sinken und saß dort, die Beine eng an den Körper gezogen während seine Unterarme auf seinen Knien ruhten. Mit dem Rücken an der Wand gelehnt und dem Hosenboden auf dem kalten Stein des Innenhofes, lehnte er nun auch ganz langsam den Kopf gegen die Wand. Zuerst saß er regungslos da und starrte seinen neuen Siegelring am Zeigefinger an. Den Ring des Königs. Wie lange er jedoch brauchte bis er seine Stimme wieder gefunden hatte, wusste er nicht. „ Ich muss Morgen früh aufbrechen. Meine Krieger rüsten sich bereits...“ ,gestand er dann leise und wandte den Blick von dem Ring ab und schloss sie nach einem harten Schlucken.

Welchen Plan er auch durchging, er konnte einfach nicht garantieren dass er lebendig zurückkehren würde. Vielleicht lag es jedoch auch an seiner gerade sehr düster sehenden Art. Doch wollte er Caitlin keine falschen Hoffnungen machen, dass hatte er ihr einmal bei einem Ausritt versprochen und er würde sich daran halten. Langsam öffnete er die Augen wieder und atmete tief durch als er zu seiner Verlobten hoch sah, „ Caitlin, ich...ich weiß nicht ob ich lebend zurück kommen werde..“ ,begann er dann sehr leise und ernst zu sprechen. Es waren vielleicht nicht die besten Worte, aber immer hin war er überhaupt in der Lage überhaupt sprechen zu können. „ Die Lage scheint nicht gut zu sein, laut dem Bericht des Boten...“ ,murmelte Talis dann sehr leise weiter, „ Und...ich werde nicht verlangen dass meine Männer dort draußen sterben, während ich in einem Zelte sitze und mich in Sicherheit wiege. Ich ...bin ein Krieger und...und kein König mein Herz..“. Wahrscheinlich wurde es jetzt nur noch klarer wie sehr ihn die Nachricht des Boten umgehauen haben musste, denn Talis nannte Caitlin nur 'mein Herz' wenn er wirklich niedergeschlagen war oder er sehr viel ausgefressen hatte. Außerdem war seine Stimme immer noch leise und hauch dünn, als würde er kaum Luft zum sprechen haben. Schweigend hielt er inne und zog den neuen Siegelring von seinem linken Zeigefinger und zeigte ihn seiner Verlobte. „ Der...König...erlag vor einigen Tagen seinen schweren Verletzungen...von denen er mir nicht Berichtet hat.“ ,kaum hätte man glauben können das Talis noch leiser sprechen konnte aber das bewies er gerade grandios. Seine Stimme wurde bei den ersten Worten leiser – wirkten fast schon Tränen erstickt obwohl seine Augen nicht glasig aussahen. „ Deswegen hat Sir Arthur ...mich als.. König ausrufen lassen.“ ,erklärte er sehr leise. „ Der König ist tot...lang lebe der König.“ ,einen hauch Verachtung und Ironie konnte er bei dem Satz kaum unterdrücken. Wieder einmal traf ihn die Erkenntnis das er kein König war, er war dafür einfach nicht gemacht. Schon immer war er irgendwie sehr anders als sein Vater gewesen. Talis sah ihm nie ähnlich und handelte nicht so wie er, dachte nicht so wie er und Talis selbst hielt sich für zu schwach und unberechenbar um König zu werden. Ängste die sein Vater offenbar nie geteilt hatte.

Irgendwie verspürte er den starken Drang noch mehr Alkohol zu trinken, vielleicht würde es helfen das Gefühlschaos zu lichten. Er sah einen Diener, wie er Rum- und Weinflaschen in die Küche tragen wollte und erhob sich schnell. „ Warte!“ ,befahl er mit monotoner Stimme. Sofort hielt der Diener inne und sah verdutzt dabei zu, wie Talis sich die Rumflasche nahm und sie mit einem Dolch recht schnell und sehr gekonnt öffnete. Danach nahm er einen kräftigen Schluck aus der Flasche. Nur kurz kniff er die Augen zusammen, denn seit der Zeit als er sich fast jeden Abend in einem heruntergekommenen Wirtshaus herum getrieben hatte, hatte er Rum nicht mehr angerührt. ER war deutlich stärker als Wein und hatte einen bitteren Geschmack. Erst jetzt ging er langsam zu Caitlin zurück und beschloss dabei sich diese Flasche nicht wieder aus der Hand reißen zu lassen. Wenn er auch ansonsten seit der Verlobung mit Caitlin darauf achtete nie zu viel zu trinken, so hatte er heute seiner Meinung nach ein Anrecht darauf diese Achtsamkeit einfach fallen zu lassen. Welchen besseren Anlass würde es geben um sich zu betrinken? Wieder ließ er sich auf den Boden sinken und lehnte sich an die Wand. Jetzt sah er wieder zu der schönen Frau hoch, die einmal seine Frau werden sollte, „ Ich hätte bei ihm sein müssen und nicht hier. Dann hätte ich ihn...beschützen können...jetzt kann ich mir nur noch seinen Leichnam ansehen. Als...wir uns das letzte Mal gesehen haben, haben wir gestritten..wie eigentlich immer. Trotzdem...ist es schwer zu begreifen, dass ich nicht noch einmal mit ihm reden kann..“ ,endete er und prompt folgte noch ein Schluck aus der Rumflasche. Auch wenn Talis Trinkfest war, so stieg ihm doch der starke Rum langsam in den Kopf. Zwar würde es sehr lange dauern bis er nicht mehr Herr seines Tun und Handelns war, doch ein Schwindel war vollkommen normal, wenn man Rum lange nicht gekostet hatte. „ Ich bin kein König..jeder Narr wäre ein besserer König.“ , sagte er leise und genehmigte sich noch einen Schluck des Alkohols. Gerade war es ihm gleich was Caitlin davon halten mochte, dass er dabei war sich zu betrinken. Er konnte nicht sagen ob Caitlin ihn wirklich davon abbringen konnte, doch wenn er selbst jetzt nicht über den Durst hinaus trinken durfte, wann denn dann? Mit dem Handrücken wischte er sich schnell aufkommende Tränen von den Augenwinkeln, die ihm sonst über die Wange gelaufen wären. Die Restlichen unterdrückte er, so wie er es früher gelegentlich auch getan hatte. Talis hoffte einfach, dass seine Verlobte die Tränen nicht bemerkt hatte und ihn ebenso wenig darauf ansprach. Wahrscheinlich kam hier in einem gewissen Maße sein Stolz doch ein wenig durch, trotz der ganzen anderen dominierenden Gefühle. Ein weitere Zug aus der Rumflasche brachte Talis dazu sich wieder zu erhoben – ohne die Flasche herzugeben! „ Wir sollten zurück in den Saal...ich möchte damit ..nicht noch mehr aufsehen erregen...“ ,bat er Caitlin dann etwas leise murmelnd und nahm ihr mit der freien Hand den Ring wieder aus der Hand. Ordnungsgemäß steckte er sich diesen an den linken Zeigefinger und wollte einen weiteren tiefen Schluck aus der, bereits gut geleerten, Rumflasche nehmen.

[Draußen | erklärt sich | nimmt sich eine Rumflasche | trinkt sie halb in wenigen Augenblicken halb aus | will wieder rein]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr Jan 11, 2013 11:15 pm

Lange sprach ihr Verlobter nicht, achtete nicht auf sie sondern starrte auf einen Punkt den sie nicht erblicken konnte. Sie wusste nicht was in ihm vorging, doch wusste sie, das etwas passiert war. Ob er es ihr verriet, würde sich zeigen. Doch erst einmal rutschte er wie ein Mann, der die Welt nicht mehr verstand oder zu betrunken war überhaupt zu bemerken das es eine gab, die Wand hinunter, an der er gelehnt hatte. Caitlin verschränkte die Arme und wartete. Wartete lange, bis Talis seine Stimme schließlich wiedergefunden hatte, wenn auch nur leise und kaum zu verstehen. Sie musste einen Schritt auf sie zugehen, damit seine Worte ganz ihre Ohren trafen. Erst verstand sie nicht, was er meinte. Klar, er würde wieder in den Krieg ziehen, sowas hatte sie sich fast schon gedacht. Aber sie hasste den Gedanken, mal wieder. Es bedeutete das sie Nacht für Nacht da liegen würde, um schlaf suchend und ihn doch nicht findend. Ihr Sorgen würden ihr Kopfschmerzen bereiten, sie fast erdrücken, und sie würde sich ablenken lassen müssen. Wie zB. mit einem Ausritt.
Der Ausritt...sie erinnerte sich noch gut daran, wie sie zu der Lichtung geritten waren, Talis damals noch mit einigen Verletztungen die er ihr erst verheimlichen wollte, was jedoch gründlich schief gegangen war. Ihr Blick konnte jedem sagen das sie nicht hier auf dem Hof, sondern ganz woanders war. Weggetreten, an einem besseren Tag. Schon jetzt sehne sie sich nach dem Moment wenn er wiederkommen würde, wenn er überhaupt wiederkommen würde, was sie nie wusste, wo sie immer nur hoffen konnte.

Erst als sie ihn tief durchatmen hörte kam sie wieder hierher zu ihm zurück. Sie blinzelte und sah das er zu ihr hochblickte, sein Blick glich einem geprügelten Hund, wie sie fast verwirrt feststellen musste. Es war, als würde auch er aufwachen und sich für seine nächsten Worte sammeln.
„Ich weiß nicht ob ich lebend zurück kommen werde..“
Das war es also. Aber das wusste er nie. Das hatte er ihr schon einmal gesagt, und er war trotzdem zurück gekommen. Ihre Augen wurden traurich und eine Strähne löste sich aus ihrer Frisur, fiel ihr auf die Wange. Ihr war es egal. Sie klammerte sich beinahe hilflos an den Gedanken, er würde wiederkommen...hoffentlich. Sie betete darum. Er erwähnte etwas von einem Bericht, dem der ihm der Bote gebracht hatte, anscheinend. Keine gute Lage; war Krieg nicht immer schlimm ? War er nicht immer brutal und verantwortungslos, heftig und unnachgiebig ? Nahm er nicht immer was er wollte, keine Rücksicht nehmend auf die Verwanten, Liebenden die Zuhause warteten, darauf hoffend das sie, ihre Lieben, wiederkommen würden ?
'Mein Herz.' Wann hatte er sie das letzte mal so genannt ? Das war... doch das war als er so verletzt gewesen war, dass er nicht aufstehen konnte. Im Bett lag, niedergeschlagen und gelangweilt. Caitlin schluckte, sie hatte einen Mann zum Verlobten, der um jeden Preis sein Land verteidigen wollte. Der seine Freunde und Mitkämpfer nicht im Stich lassen und sie sterben lassen ließ. Doch, er war ein König, wenn auch keiner dem die Politik und Papierarbeitet am Herzen lag, sondern einer der mit anpackte. Half sein Land zu verteidigen und es um allen Preis schützen wollte.
Sie nahm den Siegelring entgegen, den er ihr hinstreckte. Verwirrt betrachtete sie ihn, es war der Siegelring des Königs. War er in dem Bericht gewesen ? Sie runzelte die Stirn und blickte Talis erneut an. Als er sagte, das sein Vater, der König, gestorben war, schloss sie kurz die Augen. Er war nun der König, doch das würde nichts an ihren Gefühlen ändern, nein. Sie liebte ihn immer noch, wie sehr sie ihn liebte war ihr nicht nur heute klar geworden. Es hatte so viele Momente gegeben, wo sie wusste das er es war, der eine den sie wollte. Ja, sie wollte ihn und nur ihn.
Er glaubte nicht an sicht, das war mal wieder so typisch Talis. Er glaubte er würde es nicht schafften, sein Land zu regieren, wenn auch anders als andere Könige.
„Natürlich bist du ein König. Welcher König würde wohl nicht sein Land verteidigen, wenn auch nicht von seinem Schloss aus sondern von vor Ort. Du denkst nicht daran, deine Leute allein zu lassen, nein du denkst daran ihnen zu helfen. Das macht einen König aus. Der bereit ist Taten seinen Worten folgen zu lassen.“

Sie rieb sich über ihr Gesicht, klemmte die Strähne wieder hinter ihr Ohr und verschränkte schließlich ihre Arme erneut vor ihrer Brust. Etwas veränderte sich in seinem Gesicht und er blickte zur Seite, stand auf und schnappte sich eine Rumflasche von einem Tablett eines Dieners. Sofort kam die Härte wieder in ihre Augen. Er war immernoch der Säufer der er einst war...Naürlich, wie hätte sie das bezweifeln können ? Alkohol lag ihm am Herzen, es ließ die Sorgen verschwinden. Aber sie hatte ihm schon einmal gesagt, wenn er wieder zu trinken anfing, könnte er in den nächsten Nächten alleine schlafen, brauchte sie garnicht erst anzusprechen, wenn er etwas wollte. Sie hasste Trinker, natürlich trank auch sie ab und zu mal einen Wein. Doch Säufer waren wiederlich. Eine Dienerin am Hof ihrerer Eltern war eins von einem betrunkenden Wachman vergewaltigt worde, eigendlich war er ein sehr anständiger Mann gewesen, doch sein Sohn war seiner Krankheit erlegen und der Mann ertrank seinen Schmerz. Und schädigte die Dienerin.

Als ihr Verlobter erneut zu ihr kam, lag keine Liebe mehr in ihrem Blick. Verachtung und Schmerz spiegelte sich stattdessen dort wieder. Natürlich konnte sie ihn irgendwie auch verstehen, auch wenn er und sein Vater sich nie immer einig gewesen waren und sich auch nicht ähnlich sahen, fühlte er doch etwas für ihn. Es war schmerzhaft einen Menschen zu verlieren, der einem am Herzen lag. Das wusste sie nur zu gut. Sie hörte seine Worte nur schemenhaft. Wusste jedoch, das er über den König, möge er friedlich ruhen, sprach und sich selbst vorwürfe machte.
Sie beobachtete Distanziert wie die Flasche Alkohol immer leerer wurde. Caitlin wusste nicht, wie viel er vertrug, doch noch sah er sehr gewasst aus und hatte nur einen leichten Schimmer in den Augen, den alle betrunkenen immer bekamen, wenn sie zu voll waren um nur irgendetwas zu bemerken.
Sie sah nur das er sich mit dem Handrücken übers Gesicht wischte, ob nun aus verzweiflung, traurichkeit oder trotz wusste sie nicht. Wenn sie ganz ehrlich mit sich selbst sein sollte, wollte sie es auch garnicht wissen. Sie wusste nicht was sie wollt, nur das Talis aufhörte zu Trinken. Ja, das wollte sie. Leise fluchte sie sehr undamenhaft, als er sich erhob. Nein, das er sich erhob fand sie nicht schlimm. Aber ihr entging nicht das er ein wenig schwankte um sich schließlich erneut einen tiefen Schluck aus der Rumflasche zu gönnen.
Nachdem er sich den Siegelring wieder geholt hatte, ihr fiel erst jetzt auf das sie ihn immernoch in der Hand hielt, trat sie einen Schritt zurück. Mit wütender Stimme fing sie schließlich an zu Reden.
„Ich werde nicht mit dir da reingehen, nicht wenn du angetrunken bist. Ich habe dir schoneinmal gesagt, wenn du so viel auf einmal trinkst, kannst du die Nacht allein verbringen. Ich will keinen Säufer zum Mann haben. Nein, wenn du wieder anfängst zu trinken werde ich abreisen; es ist mir egal was meine Eltern sagen.“ sie trat an ihm vorbei und ging zügig die Treppe hinauf. Oben angekommen rannte sie bis zu ihrem Zimmer, machte de Tür auf und ließ sich dann von innen dagegen sinken. Tränen rannen ihr über die Wange, nässten ihr Kleid. Fast schon glaubte sie nicht mehr daran, das er nach dem Krieg wieder kommen würde...

[Draußen | wartet | hört zu | hilflos | redet empört | hört wieder zu | wütend | in ihrem Zimmer | weint]


ich bin stolz auf mich *-*
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Mi Jan 16, 2013 3:09 pm

Talis hatte ihren Blick nicht deuten können, den Caitlin aufgesetzt hatte. Nachdem er sich erhoben hatte Fluchte sie, nur um ihm danach förmlich anzufahren. Schwer schluckend beobachtete er Caitlin wie sie ihm erklärte, dass sie keinen Säufer als Mann haben wollte und schon war seine Liebste verschwunden. Wenn er jetzt seit einer langen Zeit mal wieder einen über den Durts trank war er noch lange kein Säufer! Außerdem kannte er seine Grenzen und wusste wann er keine Kontrolle mehr über sein Tun und Handeln hatte. Früher hatte er sogar schon mal einen Abend gehabt, an der sich nicht einmal erinnern konnte. Damals hatte er doch recht viel Getrunken doch für Caitlin wollte er es nie wieder so weit kommen lassen. Gerade diese Frau stürmte an ihm vorbei und verschwand wieder im inneren der Burg. Ohne es zu merken schloss sich sein Griff fester um den Hals der Rumflasche und senkte dabei den Blick auf den Boden.
Hatte er sie nun endgültig vertrieben, weil er an dem Tag an dem er von dem Tod seines Vaters erfahren hatte mehr trank als gewöhnlich? Inzwischen trank auch er nur noch gelegentlich Wein und schon gar keine stärkeren alkoholischen Getränke. Meistens begnügte er sich mit Wasser oder einem warmen Kräuteraufguss, doch Heute wusste er sich einfach nicht anders zu helfen. Offenbar hatte er sie deswegen verloren. Warum sonst hätte sie ihn so angefahren und ihn so stark getadelt wie sonst noch nie, seitdem sie Verlobt waren?
Ein weiterer, langer Schluck aus der Rumflasche folgte.
Nur damit er die Flasche einfach auf den Boden fallen ließ und die Wachen wieder herbei pfiff. Diese bezogen wieder ihren Platz und beobachteten wie Talis seine schwarze Maske wieder aufsetzte. Langsam ging auch er wieder hinein und mit etwas Konzentration gelang es ihm sogar, das schwanken und den Schwindel sehr gut zu verbergen. Zuerst fragte er sich ob er Caitlin folgen sollte, doch entschied er sich dagegen. Er war der Letzte den sie jetzt sehen wollte. Also atmete er einmal tief durch und betrat wieder den Ballsaal. Kurz war ein raunen durch die anderen Gäste gegangen, als Talis den Raum wieder betrat. Natürlich wusste jetzt jeder wer er war, also hätte er die Maske auch nicht gebraucht. Doch er hoffte so seine Gefühle auch verbergen zu können und zumindest zum Teil gelang es ihm.Ohne eine Notiz von den anderen Gästen zu nehmen, wollte er einfach nur in eine Ecke des Saales und dort seinen Gedanken nachhängen. Bereits im gehen begannen diese in seinem Kopf herum zu spuken.

Ob Caitlin ihm je verzeihen konnte, dass er Heute mehr als gewöhnlich getrunken hatte? Er hoffte dass sie es irgendwann konnte, selbst wenn sie es zuerst nicht schaffte. Er liebte sie, auch wenn er es ihr gerade nicht zeigen konnte und auch wenn er mehr als nur Zweifel hegte was seine Rückkehr betraf, so hoffte er dennoch sie nach dem Krieg zu sehen. Der junge König hatte sich vorgenommen diesen sinnlosen Krieg zu beenden, koste es was es wollte. Von Anfang an hatte er ihn als einen sinnlosen Krieg angesehen, der nur dazu diente ihre verschiedenen Meinungen zu demonstrieren. Nein, er würde nicht zurück kehren. Sein Plan – für den er sich inzwischen entschieden hatte – war vollkommen wahnsinnig aber er würde höchstens nur noch ein Opfer fordern und genau das war es, was Talis bezwecken wollte. Keine weiteren Toten mehr. Innerlich versuchte er sich zu erinnern, dass er Morgen früh seiner Geliebten dennoch den Brief geben musste. Er musste lediglich nur noch das Siegel des Königs darunter setzen und dann wäre dieses Schreib ein offizielles Dokument. Wieder wanderte sein Blick zu dem Siegelring an seinem Finger und schon wieder hatte er das Gefühl etwas trinken zu müssen. Doch noch mehr Alkohol würde ihn auf die Dauer doch so betrunken machen, dass er doch sein Handeln nicht mehr unter Kontrolle haben würde. Außerdem konnte er es sich nicht leisten. Wenn man ihn Heute noch etwas fragte zu dem bevorstehenden Kampf oder andere wichtige Angelegenheiten ihn erreichen würden, musste er einfach soweit bei Verstand sein dass er es auswerten und eine vernünftige Entscheidung treffen konnte. Ab Heute würde alles in seinem Land nur über ihn und auch über Caitlin laufen. Er hatte nicht vor sie auszuschließen, selbst wenn sie offenbar heute nichts mehr von ihm wissen wollte.

Immer wieder drehten sich seine Gedanken im Kreis und er merkte gar nicht wie er sich in der Ecke eines Raumes an die Wand lehnte und sich langsam gen Boden sinken ließ. Natürlich gab es Stühle, doch erfühlte sich gerade hier am wohlsten. Langsam legte er seine Unterarme auf die angewinkelten Knie und starrte einfach nur auf den Boden. Was würde er machen, wenn er Caitlin eben gerade das letzte Mal gesehen hatte? Wenn sie ihn Morgen nicht einmal da war, wenn er die Stadt mit seinem Heer verlassen würde? Sein Magen zog sich unangenehm zusammen. Die Vorstellung dass das eben ihr letztes Gespräch gewesen war, lastete schwer auf seinem Brustkorb. Je länger er auf den Boden starrte, um so länger konnte er sich die Schlacht ausmalen oder viel mehr den Plan den er sich zurecht gelegt hatte. Wie er nach vorne zu den Verhandlungen unter der weißen Fahne ritt. Alleine..ohne einen seiner Vertrauten bei sich und auch andere Männer des Heeres würde er mit nehmen. Er bemerkte nicht mal, wie seine Hände bei der Vorstellung zitterten. Das schlimmste das passieren konnte, waren Bogenschützen die hinter den Fußsoldaten und der Kavallerie standen. Wenn der andere König nicht die eigentliche Regel beachtete? Wenn er einfach niedergeschossen wurde ohne nur ein Wort mit dem anderen wechseln zu können? Schwer schluckte er und sah sich selbst dabei zu wie er vom Pferd hinunter fiel. Durchbohrt von unzähligen Pfeilen...
Unter dieser Vorstellung war er mit den Händen durch seine Haare gefahren und betrachtete den Boden mit etwas glasigen Augen. Es war die schrecklichste Version seines Planes. Das sie auftreten würde war gering, aber sie war vorhanden. Würde es so ablaufen würde er Caitlin nicht noch einmal sehen. Konnte ihr nicht noch einmal sagen, dass er sie trotzdem liebte wie nichts anderes auf dieser Welt. Nicht mal den Alkohol liebte er so sehr – dieser war nur Mittel zum Zweck. Langsam lehnte er den Kopf rücklings gegen die Wand und betrachtete die paar beim Tanzen, ohne selbst irgendeine Reaktion zu rein. Gelegentlich wurde er von Bediensteten gefragt ob er nicht etwas Essen oder Trinken wollte , doch auch diese ignorierte er vollkommen. Nur gelegentlich drehte er den Ring seines Vaters an seinem Zeigefinger hin und her, denn er war dort einfach noch ungewohnt und irgendwie fehl am platze. Dabei saß Talis einfach nur dort, wie jemanden den man gerade frisch getadelt und dann zusammen geschlagen hatte.

[Draußen | ist angetrunken | schaut Caitlin hinter her | überlegt ihr zu folgen | betritt den Ballsaal wieder | sitzt in einer Ecke am Boden und denkt nach]

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Reiter preschen durch die Menge, Bogenschützen lichten Reihen, Lanzenträger Katapulte, Mauern brechen, stürzen ein. Auf der Höhe die Strategen, Boten hetzen durch die Schlacht, Der Spion in Feindeshand - Ein Hinterhalt in finst'rer Nacht..Das Kriegsglück liegt bald hier, bald dort, Gegner tasten, suchen Lücken, Brechen durch - ein Gegenschlag. Man sieht Männer Waffen zücken. Einer dann den Ausfall wagt, Recken prallen aufeinander. Panzer scheppern, Schilde brechen, Klingen suchen, finden, stechen...
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Estelle
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Mi Jan 23, 2013 9:47 am

Estelle runzelte leicht dir Stirn, doch fand sie Balians Grund durchaus akzeptabel und erwiderte nichts mehr darauf. Einen ehemaligen Menschen in Hundeform ins Zimmer zu lassen war vielleicht nicht die beste Idee, die man haben konnte. Sie lachte ebenso leise, wie der Dunkelhaarige es zuvor getan hatte und schüttelte dann kurz den Kopf, sodass ihre blonde Mähne kurzzeitig die Sicht verdeckte. „Einen vierbeinigen Konkurrenten? Bist du sicher, dass du nicht ein wenig zur Übertreibung neigst“ fragte sie amüsiert und befand es für eine seltsame Idee, dass Balian den Retriever als Konkurrenten ansah. Dann lauschte sie seinen Worten und ihre Miene hellte sich mit einem Schlag noch ein wenig mehr auf. Sie wusste, wie schwer ihm das Ganze fallen würde und ein kleiner Teil in ihr selbst schimpfte, sie solle nicht so egoistisch sein. Sanft nickte sie. „Du darfst deine Anstellung gern behalten. Aber nicht, dass du mir dann stirbst“ ermahnte sie, wobei die junge Frau sich selbst bewusst war, dass diese Entscheidung wohl kaum in seiner Hand lag. Sie hatte kaum Zeit, weiter nachzudenken, da Balian sie schon wieder aus ihrer Gedankenwelt riss. Dennoch genoss sie seinen Kuss. Allerdings wurde er ihr schon wieder viel zu schnell genommen. Etwas irritiert blickte sie umher und erfasste den Diener. Dieser hätte glatt an dem Blick der Blonden sterben können – ein Glück dass sie die Maske trug und der Diener sich ohnehin nicht auf die junge Frau konzentrierte. Sie vernahm die Antwort, welche Balian gab und wollte schon empört Widerworte geben, doch hielt sich zurück und nickte sanft. Dann blickte sie dem Dunkelhaarigen hinterher, bis er aus ihrem Sichtfeld verschwunden war. Daraufhin sah sie sich um und versuchte, irgendjemanden zu erkennen. Vielleicht war es eine schlechte Idee gewesen, einen Maskenball zu veranstalten, wenn sie selbst nicht einmal ihre Freunde wiederfand.
Es dauerte einige Momente, ehe ein junger Ritter eintrat, der allem Anschein nach sehr verloren wirkte. Zudem schien er sich nicht sonderlich wohl zwischen den maskierten Menschen zu fühlen. Mit einem Stirnrunzeln bahnte Estelle sich einen Weg durch die Masse und blieb vor der großen Treppe stehen, auf welcher der junge Krieger stand. Dann sah sie sich um und wartete darauf, Talis oder Balian zu sehen. Letzterer tauchte als Erster auf. Erst jetzt traf es die junge Frau wie einen Schlag. Talis war nicht als Prinz ausgerufen worden. Er war König genannt worden. Sie erstarrte und ihr Mund klappte beinahe ganz undamenhaft auf. Sie musste Talis finden. Und mit ihm reden. Und das Ganze am Besten so schnell wie möglich. Kaum bekam sie mit, wie Balian sie umarmte. Noch immer benommen beobachtete sie, wie ihr Freund sich dem Krieger näherte und einige Anweisungen gab, ehe er irgendwo am Rande des Raumes verschwand. Kurz schüttelte sie den Kopf, um wieder klar denken zu können. Sie musste mit Talis reden – ohne Balian. Er wusste nichts von den Briefen zwischen ihr und dem jetzigen König und das war auch ganz gut so. Zweifelnd blickte sie zu Balian auf. „Ich muss zu Talis. Es…es wird ihm nicht gut gehen und ich muss mit ihm reden. Ich bin gleich wieder da“ versuchte sie zu erklären und wand sich schweren Herzens von dem Dunkelhaarigen ab. Hektisch versuchte sie, den Raum zu durchqueren. Es erwies sich aber als durchaus schwierig bei den aufgebrachten und tuschelnden Mengen. Sie brauchte sogar einige Minuten voller Drängen, Zischen und Abtauchen zwischen den Maskierten, ehe sie am Rande des großen Saals ankam. Doch dort war Talis schon längst nicht mehr. Schnell huschte sie zu einem ihrer Bediensteten und ließ sich eine Kundschaft geben, wohin der jetzige König von Kyrillia gegangen war. Der verwirrte Mann zeigte nach einigem wilden Gestikulieren nach draußen und Estelle dankte ihm schnell. Sie raffte ihr Kleid hoch und lief die Treppen zum Ausgang hinauf, konnte es aber nicht verhindern, sich noch einmal nach Balian umzusehen. Sie wollte ihn bei sich haben, doch bedarf das folgende Gespräch lediglich ihrer und Talis‘ Anwesenheit. Ehe sie aber draußen ankam, kam ihr Prinzessin Caitlin entgegen. Sie schien äußerst aufgebracht zu sein und Estelle starrte ihr einen Moment verwirrt nach, ehe sie sich wieder zur Konzentration zwang. Allerdings kam sie auch bei diesem Versuch nicht vor die Tür, da etwas weiter links von ihr der junge König schon wieder in den Saal stürmte und sich irgendwo in einer Ecke niederließ. Mit einem Seufzen folgte die Blonde ihrem Freund und entdeckte ihn in einer Ecke auf dem Boden sitzend. Sämtliche Hoffnung entwich bei seinem Anblick und ohne ein Wort zu verlieren gesellte sie sich zu Talis. Arrangierte sich so mit den unzähligen Stoffbahnen ihres Kleides, bis sie sich – zwar auf umständliche Weise – neben ihn auf den Boden setzen konnte. Stumm lehnte sie sich an seine Schulter und dachte darüber nach, was sie zu ihm sagen sollte. Herzliches Beileid, dass er seinen Vater verloren hatte. Glückwünsche dafür, dass er nun König war? Nein. Das war zu taktlos und so kannte Talis seine Freundin nicht. Also musste sie sich auch normal verhalten. Vorsichtig blickte sie ihn an und strafte zwischendurch einige Bedienstete, die sich den Beiden näherten. „Möchtest du reden? Ich weiß, dass ich sicherlich nicht einmal annähernd nachvollziehen kann, was du momentan durchmachst.“ Estelle hatte ihren Vater kaum gekannt. Er war gestorben, als sie noch sehr klein gewesen war. Und ihre Mutter war ihm kurze Zeit später ins Jenseits gefolgt. Estelle war ihr Leben lang allein gewesen. Die Bediensteten um sie herum hatten sich ständig abgewechselt und die Blonde hatte wenig Halt in ihrem Leben gehabt. Sebastiano, Talis, vielleicht sogar Caitlin und vor allem Balian gehört zu dem kleinen Kreis, der ihr tagtäglich Halt gab. Doch nun hatte sie Angst, Talis würde in seinem Zustand versinken und sie würde ihn verlieren. Wieder war sie egoistisch. Wieder einmal dachte sie nur an sich. Wie schon so oft in dieser Nacht.

{ BALIAN | verwirrt | beobachtet alles | starr | sucht Talis | verlässt Balian | TALIS | denkt an Balian }

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr Jan 25, 2013 8:28 pm

Die Angst, Talis zu verlieren saß tief in ihr drin, schmerzte von innen heraus und es kam ihr so vor, als würde ihr jemand die Luft wegnehmen. Sie erdrücken. Ihr Brustkorb schmerze und ihre Wangen brannten von dem salzigen Nass das hinunterlief und auf ihre Hänge tropfte. Wie lange sie nun schon hier saß hätte Caitlin nicht sagen können. Doch es war auch noch nach dem ihre Tränen getrocknet und der Knoten in ihrem Hals verschwunden war. Der Schmerz jedoch blieb, wahrscheinlich für immer, wo er war. Hatte sie echt gedacht das Talis und sie "bis an ihr Lebens Ende" wie der Priester doch so schön sagte, zusammen bleiben würden ? Herr im Himmel, wie naiv sie doch war. Irgendwann, ob nun früher oder später würde ihr Geliebter im Krieg sterben. Würde sie zurücklassen, als Witwe. Allein.
Aber ob sie überhaupt allein war ? Ihre Hand tastete zu ihrem Bauch. Sie wusste es nicht. Auch der Arzt hatte es ihr nicht sagen können. Ihre Blutung war eigentlich schon zwei Tage überfällig, aber das passierte doch manchmal. Oder ? Doch, es passierte. Noch würde sie sich keine Gedanken darüber machen müssen. Sie dachte trotzdem daran. An das, was entweder schon in ihr wuchs, oder vielleicht niemals wachsen würde. Seit gestern plagte sie schon der Gedanke, doch das Fest und Talis nähe hatte sie es kurzzeitig vergessen lassen. Natürlich, schließlich vergaß sie alles in seiner Nähe. Geschmiegt an seine gut gebaute Brust, umfasst von seinen sehnigen, kräftigen Armen. Gehalten von seinen sanften Händen, die schon so vielen den Garaus gemacht hatte. Schon wieder war sie an dem Punkt angelangt, dass er ein Krieger, ein König war. Ohne drüber nachzudenken wusste Caitlin auch so, dass er, ihr Talis, in die Geschichte eingehen würde. Er war schließlich ein König, ein König der die Schlachten für sein Königreich mit seinen Kriegern führte. Auf den Schlachtfeldern, auf seinem Hengst. Sie konnte ihn fast vor ihrem Augen vorbei galoppieren sehen. Die kräftigen Galoppsprünge die der schwarze machte, auf die Feinde zu und damit auf den Sieg, oder auf seine Niederlage und die seines gesamten Königreichs.

Ihr Po machte sich schmerzhaft bemerkbar und Leben kam in Caitlin. Mit verzerrtem Gesicht stand sie auf. Der Boden war aber auch hart ! Seufzend bückte sie sich und nahm ihre Maske auf. Blickte auf sie herunter und Strich über das edle Schmuckstück.
Seufzend ließ sie sie sinken und Strich ihr Kleid glatt. Sie konnte nicht anders, sie musste Talis wenigstens noch einmal sehen. Der Abend sollte ihnen gehören, vielleicht auch die Nacht, aber sie hatte schließlich noch einen Tanz, der getanzt werden musste. Die junge Frau ging zu einem kleinen Eimer Wasser, wusch sich das gerötete Gesicht und blickte schließlich in den Spiegel. Mit Fingerspitzen richtete sie ihre Frisur. Ohne Rush und dem ganzen anderen Kram den sie sich immer ins Gesicht machte sah sie ... hübsch aus. Ja, die leicht geröteten Wangen, die hohe Stirn in die sich eine Strähne verirrt hatte die partout nicht da bleiben wollte wo sie hingehörte, ihr geschwungener Mund. Sie sah ihre Mutter vor sich, jünger und nicht ganz so groß, (sie hatte die Größe ihres Vaters geerbt, der, was man dazu sagen muss, recht klein für einen Mann ist) aber schlank und zierlich. 'Wie sieht Talis mich ?' die Frage kam ohne das sie sich vorher über irgendwas Gedanken gemacht hatte. Ja, wenn sie in sich hineinsah, wollte sie es wissen. Aber wenn sie ihn danach Fragte, vorallem kurz nach dem sie praktisch ausgerastet war, bei dem Gedanken daran wurde sie rot vor Pein, würde es wahrscheinlich nicht ganz so gut passen. 'Vielleicht, wenn er wieder da ist...wenn er überhaupt...' Caitlin dachte garnicht daran auch nur einen weiteren Gedanken in der Richtung zu denken und setzte sich lieber wieder die Maske auf. Sie verknotete das Band an ihrem Hinterkopf und betrachtete sich kurz. Ihre Lippen und ein Teil ihrer Wange war zusehen; deutlich sah man den Unterschied zu vorher, dass sie jetzt nichts aufgemaltes mehr im Gesicht hatte.
Sie holte tief Luft und trat vor die Tür blieb aber schließlich an der Treppe stehen und blickte auf die geschlossene Flügeltür, am Ende des Flures der an die Treppe grenzte. Sie wusste, er war da drin. Wenn er nicht in sein eigenes Gemacht gegangen war, was sie nicht glaubte. Sie verharrte Regungslos. Wie würde er reagieren und wie sollte sie sich jetzt verhalten ? Wenn sie lächeln würde, würde Talis sehen das es Traurig, anstatt fröhlich und aufgesetzt war.
Fragen über Fragen...
Doch schließlich setzte sie zögernd einen Fuß nach dem anderen auf die steinernden Treppenstufen. Unsicherheit passte garnicht zu ihr, doch genau dieses Gefühl wallte in ihr auf und überflutete sie. Wie eine Welle, eine große Welle vieler Gefühle. Die junge Frau huschte mit ein paar gackernden älteren Damen hinein. Sie hielt sich hinter ihnen, bis zu einer kleinen Ecke, wo auch ein Stuhl stand auf den sie sich, mit dank an den der ihn hier hingestellt hatte, setzte und sich nun einen Blick erlaubte. Erst sah sie ihn nicht, Talis, doch dann entdeckte sie ihn, auf den Boden sitzend und neben ihm Estelle. Sie horchte in sich, nein, keine Eifersucht. Warum auch ? Sie hatte sie freundlich empfangen und Estelle kam Caitlin gleich sympathisch vor. Sie waren Freunde und das war auch gut so. Vielleicht konnte sie seine trüben Gedanken etwas beiseite schieben. Als Caitlins Gedanken wieder nach draußen wanderten, als sie ihn so angefahren hatte, wich das Kalkweiße ihrer Wangen einem zartrosa. In dem Moment dankte sie dem Herren, dass sie nie Puderrot wurde.

{In ihrem Gemach || weint || beruhigt sich || macht sich Gedanken || auf der Treppe vor dem Saal || tritt ein}
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr Feb 08, 2013 7:11 am

Zuerst war Balian nicht ganz wohl dabei, dass Estelle jetzt einfach so verschwand. Schließlich hatte er sie gerade im arm gehalten, aber viel schlimmer war der Gedanke daran, dass jemand sie angreifen würde sobald sie nicht mehr in seiner Nähe war. Dieses Gefühl hatte er so sehr verinnerlicht, dass es eine Qual war wenn sie bei solch einem Getümmel aus seinen Augen verschwand. Dennoch ließ er sie gehen, denn er kannte Estelle und er wusste auch von der Beziehung die zwischen Talis und ihr herrschte. Als er es damals noch nicht hatte einordnen können, war der Leibwächter eifersüchtig gewesen. Doch inzwischen hatte er verstanden, dass zwischen den beiden lediglich eine Geschwister ähnliche Beziehung herrschte. Eine Tatsache die Balian damals wirklich sehr erleichtert hatte. Angespannt beobachtete er jedoch jetzt wie Estelle aus seinem Blick verschwand. Immer wieder schweifte sein Blick zwar durch den Saal, doch eigentlich fand er immer wieder die Tür, durch die Estelle verschwunden war. Es dauerte lange...zu lange bis Talis an ihm vorbei ging und sich am Rand auf den Boden sinken lies. Kurz darauf folgte auch Estelle, doch sie nahm eher weniger Notiz von ihm. Doch Caitlin war nicht aufgetaucht. Natürlich machte er sich jetzt auch die Gedanken zu der Königin von Talis, denn er hatte erwartet, dass die drei zusammen wieder den Saal betreten würde. Er hatte sich eindeutig geirrt.
Balian näherte sich also Estelle und Talis, ohne jedoch die beiden zu belauschen. Er hielt einen gewissen Abstand, damit er sie nicht bedrängte aber trotzdem schnell genug sein würde, sollte er eine Gefahr erkennen. Offenbar schien der frischgebackene König sich alles von der Seele zu reden, denn er geriet in Estelles Nähe gerade zu in einen Redefluss. Konnte ihr jedoch selten in die Augen sehen. War das Thema so unangenehm oder schrecklich? Offenbar war es das. Doch ehe er sich weitere Gedanken zu den beiden machen konnte, sah er wie Caitlin wieder den Raum betrat. Wenn man ein Beobachter war, entging einem natürlich nicht dass sie ihr Gesicht gewaschen haben musste. Sie trug nicht mehr die übliche Bemalung im Gesicht, die Frauen sich gerne auf dieses taten. Angeblich damit sie hübscher waren, doch meistens fand er sie sowohl mit dieser Farbe im Gesicht schön, als auch ohne. Die junge Dame wirkte irgendwie verloren in der Ecke, daher war Balian einen nervösen Blick zu Estelle. Hoffend das Talis sie beschützen würde, sollte sich eine Gefahr aufzeigen, ging er an den beiden vorbei. Der Leibwächter lehnte sich neben Caitlin an die Wand und sah dabei wieder zu Talis und auch zu Estelle. Zu erst rang er ein wenig um Worte, denn er wusste nicht, wie man so etwas anfangen sollte. Sollte er jetzt fragen was mit ihr los sei und sich zum Reden anbieten? Wahrscheinlich war es das Beste was er machen konnte. „Eure Majestät ich ..bin zwar...nur ein Leibwächter, aber sollten Sie jemanden zum reden brauchen, habe ich immer ein offenes Ohr für Sie.“ ,sagte er mit ruhiger Stimme – ohne den Blick von der Umgebung zu nehmen. Innerlich empfand er den Satz doch irgendwie als seltsam und eigenartig. Daher sah er nun zu der jungen Frau und betrachtete sie einen Augenblick eingehender. „ Wissen Sie, wir Männer sind sehr einfach gestrickt. Wir Schlagen uns mit anderen Männern, wenn wir auch nur einen noch so unbedeutenden Grund sehen und gehen danach zusammen als Freunde etwas Trinken. Wenn wir einen Verlust erleiden, versuchen wir dennoch stark zu wirken..und das gelingt den meisten von unserem Geschlecht lediglich mit Alkohol. Ich möchte mich nicht in ihre Probleme mit Ihrem Verlobten einmischen Herrin, wirklich nicht. Aber es wäre vielleicht gut wenn sie wüssten, dass ich Pr..ich meine König Talis noch nie betrunken erlebt habe, seitdem er mit Ihnen verlobt ist. Trotz Alkohol Einfluss, war er immer noch im Stande klar zu denken..Soll ich Ihnen verraten woher ich das weiß?“ ,fragte er, auch wenn es eigentlich eine rhetorische Frage gewesen war.
Ansonsten hätte er sich schon mehr als einmal mit einem anderen Adligen geschlagen. Wenn er angetrunken ist, wird er sehr schnell eifersüchtig. Wenn er betrunken ist und nicht mehr Herr seines Handelns, hätte er schon längst mehrere Männer geschlagen, die ihnen hinter her sehen.“ ,ja es war Balian die Male aufgefallen, die Caitlin und Talis zusammen hier waren. Als Leibwächter musste er beobachten und jede Situation einschätzen können. Dazu gehörte auch ein verliebter Gockel, der andere verprügelte nur weil sie seine Verlobte ansahen. Zu Talis Glück hatte Balian bis her nie einschreiten müssen, aber das sagte – nach Balian Meinung – auch sehr viel über den König aus. Woher er gewusst hatte, dass es bei Caitlin und Talis wegen Alkohol gekracht hatte? Er hatte Talis ein wenig von den Lippen gelesen – nur zu Anfang des Gespräches mit Estelle. Danach hatte er einfach nur eins und eins zusammen gezählt. „ Er ist ein guter Kerl und glauben Sie mir..ich kann so was für gewöhnlich einschätzen..schließlich bin ich der Schlimmste von allen.“ ,ein aufmunterndes Lächeln war über seine Lippen gewandert und irgendwie hoffte er, dass es Caitlin vielleicht etwas half. Wenn nicht, würde sie ihn das wahrscheinlich nur all zu gut wissen lassen – darin war er sich absolut sicher.

[wird etwas unruhig | beobachtet Talis und Estelle | bemerkt Caitlin | geht zu ihr | redet]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr Feb 08, 2013 7:15 am

Talis versank immer mehr in diesen düsteren Vorstellungen und jede einzelne schnürte ihm die kehle nur noch fester zu. Raubte ihm jede Hoffnung, die er vielleicht noch gehabt hätte. Daher bemerkte er nicht wie Estelle sich ihm näherte, erstaunlicherweise auch nicht, wie sie sich mit ihrem Kleid zu arrangieren versuchte. Erst als sie auf einmal ihren Kopf an seine Schulter lehnte, fuhr er etwas erschrocken zusammen. Der junge König wirkte so, als hätte ihn seine Freundin gerade Wegs aus einem schrecklichen Alptraum gerissen, der sich jedoch wie die Wirklichkeit angefühlt hatte.Einen Augenblick dachte er über ihre Frage nach, bevor dann wieder auf seine Hände hinab sah. Unweigerlich fiel sein Blick auf den Ring an seinem Finger und er schluckte daher hart. „ Ich weiß nicht..“ ,gestand er mit rauer und sehr leiser Stimme. Langsam versuchte der Krieger einmal tief durch zu atmen, was ihm jedoch nur Minder gelang. Er hatte das Gefühl gleich in Tränen auszubrechen, wenn er auch nur einmal tief Luft holte. Daher schob er den versuch schnell beiseite. „ Mein Vater ist tot und Caitlin ist..wütend auf mich. Morgen muss ich wieder in den Krieg ziehen und versuchen einen Friedensvertrag auszuhandeln und....ich weiß nicht..ob ich überhaupt lebend wieder zurückkehre.“ ,sagte er dann schließlich sehr leise, „ Es..sieht also alles andere als gut aus.“. Das letzte kam mit meinem leisen lachen über seine Lippen – es klang verzweifelt aber offenbar konnte er den Gedanken nicht anders ertragen. Kurz schüttelte er den Kopf und bereute es ein wenig. Es brachte ihm ein Schwindelgefühl ein, selbst wenn es kein schlimmes, war so war es dennoch nervig und störend. Unterbewusst drehte er seinen neuen Siegelring am Finger hin und her, bevor er dann den Kopf gegen die Wand sinken ließ und einfach an die Decke sah. Die Augen des Mannes waren glasig und dennoch schien er darum zu ringen doch nicht zu weinen. „ Ich weiß, dass die den ..Alkohol nicht ausstehen kann, vor allem wenn man zu viel davon trinkt. Sie war der einzige Grund, warum ich mit der früheren Trinkerei aufgehört habe. Ich..kenne meine Grenzen, was das betrifft sehr gut..schließlich habe ich sie oft genug überschritten. Trotzdem ist...sie eben vor mir zurück gewichen und davon gelaufen.“ ,murmelte er sehr leise und schwer schluckend. Den die Szene kam ihm jetzt wieder vor die Augen und er hasste sich eigentlich dafür, dass er vor ihren Augen getrunken hatte. „ Meine letzte Nacht hier, werde ich ..wohl alleine verbringen, sie hat mich damals gewarnt..“ ,mit beiden Händen fuhr er sich danach über das Gesicht und sah dann zu Estelle hinunter, „ Ich habe den Fehler gemacht und mir alte Kriegsberichte durchgelesen, die mit unserem Feind zu tun haben. Als das letzte mal...ein Friedensvertrag mit ihm geschlossen wurde, hat er den ersten Boten von einem Attentäter erschießen lassen...noch während er zum Verhandeln zur Mitte des Schlachtfeldes ritt.“ ,wieder wanderte sein Blick an die Decke und er schloss langsam die Augen. Wie es sich wohl anfühlen würde, einfach vom Pferd geschossen zu werden? Natürlich hatte er schon viele Kampfverletzungen gehabt, doch die hatte er immer überlebt. Bei seinem Plan war er sich jedoch nicht sicher, ob er diesen überleben würde. „ Ein Friedensvertrag, ist jedoch meine einzige Chance...das dieser lächerliche Krieg endlich aufhört. Zu lange sterben schon Ehemänner und Väter für dieses sinnlose Kriegsspiel. Ich werde wohl nicht mehr wieder hier herkommen...denn ich schicke garantiert keinen Boten in sein Verderben..“ ,niemals hätte er mit Caitlin über seinen Plan sprechen können oder über die geringe Aussicht seiner gesunden Rückkehr. Selbst wenn sie sich eben nicht zerstritten hätten, hätte er ihr nichts anderes gesagt. Er hätte sie nur darauf vorbereitet, dass sie sich mit dem Gedanken arrangieren musste, ihn nicht mehr lebend zu sehen. Warum hatte er nicht erwähnt. Natürlich konnte er immer als Krieger sterben, gerade jemand wie er – der mehr ein Heerführer und Soldat war, als ein König. Jedoch war die bedrückende Tatsache, dass er selbst an seiner Rückkehr zweifelte – zumindest an seiner lebenden.
Einen Moment ließ er diese Worte sacken und versuchte einfach an nichts anderes zu denken. Weder an den Kampf, noch an den Streit mit Caitlin. Er ahnte nicht einmal etwas von ihrem Verdacht eventuell Schwanger zu sein. „ Mir soll..offenbar der Tod eines Kriegers vergönnt sein..und nicht der Tod im Alter...“ ,das waren mehr Worte zu sich selbst als zu Estelle. Eigentlich hatte er ihr keine Angst machen wollen. Doch mit wem sollte er sonst reden? Er hatte nur noch Estelle und Caitlin, mehr Familie hatte er nicht mehr. Seine Verlobte und seine Freundin, die wie eine Schwester für ihn war. „ Entschuldige...ich..hätte dir nur das sagen sollen, was ich Caitlin gesagt habe..“ ,entschuldigte er sich jetzt sehr leise und legte einen Arm um Estelle. Dabei bemerkte er nicht, dass Caitlin ihn bereits wieder beobachtete. Talis ging davon aus das er seine Geliebte höchsten morgen früh bei seiner Abreise sehen würde. „ Versprichst du mir, gut auf Caitlin zu achten, wenn ich wirklich sterben sollte? Ich ..weiß das ist viel verlangt, aber..in meinem Testament, habe ich sie und ihre Erben zur Königsfamilie vom Land meines Vaters gemacht. Sie..ist sicher eine wunderbare Königin und ihr steht dieser Rang zu, selbst wenn wir noch nicht geheiratet haben...“ ,die Bitte war Talis ernst und daher hatte er zu Estelle gesehen und sie ebenso ernst angesehen. Nein, Hoffnung hatte er für sich nicht mehr behalten. Der Tod seines Vaters, der Streit mit Caitlin und das bevorstehende, hatten ihm jegliche Hoffnungen genommen. Wie gerne er doch weiter trinken würde. Er hatte sich so oder so schon mit ihr gestritten, warum sollte er also aufhören? Leider konnte er sich die Frage sehr einfach beantworten. Wenn noch Entscheidungen getroffen werden sollten, musste er in der Lage sein sie gewissenhaft zu treffen und daher kam mehr Alkohol für ihn nicht in Frage – so gerne er diesen auch weiter genossen hätte um das alles gerade irgendwie zu überleben.
Die fröhliche und schnelle Musik passte nicht zu seiner Stimmung und schien ihn förmlich zu erdrücken. Die gut gelaunten Paare, die ihren geliebten Menschen noch sehr lange haben würden, waren eben so zu viel. Er fühlte sich fehl am Platze und irgendwie erdrückt von der ganzen guten Laune. Er beschloss Estelle keine Chance zu geben, ihm in den vielen Punkten zu widersprechen. Natürlich würde sie dass, sie liebten einander wie Bruder und Schwester, daher würde sie garantiert versuchen ihm den Gedanken an seinen eigenen Tod auszutreiben. „ Ich werde mich besser in mein Gemach begeben. Schließlich muss ich morgen früh sehr früh auf den Beinen sein..“ ,natürlich war das lediglich eine Ausrede. Er konnte einfach diese Fröhlichkeit nicht mehr ertragen, die hier herrschte. Sanft gab er ihr einen Kuss auf den Kopf, bevor er sich dann vorsichtig erhob. Doch bevor er sich gänzlich zum gehen abwendete, hielt er inne. Er sah zu Estelle hinunter und murmelte dann leise, „ Bitte..vergib mir all meine Fehler“. Spätestens jetzt hörte er sich wahrscheinlich wie ein Todgeweihter an. Doch das kümmerte ihn nicht, aus den Berichten heraus wusste er, dass er einer war. Langsam drehte sich Talis um und wollte zu einer der großen Flügeltüren gehen, die ihn zu den Treppen führte. Diese wiederum würden ihn zu seinem Gemach bringen. Auch wenn er fürchtete in der Einsamkeit zu ertrinken, so war es alle mal besser als dieser Saal hier. Den Blick auf den Boden gerichtet, nahm er im gehen die schwarze Maske ab und hängte sie erst einmal an den Gürtel. Das ihn dadurch einige der Gäste wieder anstarrten nahm er eigentlich gar nicht so wahr. Im gehen hatte er nach einem Becher mit Wasser gegriffen und leerte diesen recht schnell. Bevor er die Tür direkt ansteuerte, stellte er diesen Becher wieder auf einen der Tische. Beim Abstellen fiel sein Blick in eine der Ecken und dort erkannte er Caitlin. Nur noch mehr zog sich seine Kehle zu. War sie gekommen um sich hier jetzt alleine zu amüsieren? Es war ihr gutes Recht, auch wenn er sich bei dem Gedanken dass sie mit einem anderen Tanzte, nur noch elender fühlte. Aus dem Augenwinkel sah er, wie der Leibwächter von Estelle zu Caitlin in die Ecke ging. Was er dort sprach wusste er nicht und er wollte es nicht wissen. Zuerst kochte blanke Eifersucht in ihm hoch und daher ballten sich seine Hände zu Fäusten. Doch Talis zog es vor sich von dem Anblick abzuwenden. Sonst würde er noch mitten in diesem Saal eine Schlägerei mit einem Leibwächter anfangen, der gewiss Waffen dabei hatte – anders als Talis. Mit einem harten zähneknirschen, verneigte er sich selbst aus der Ferne vor Caitlin, bevor er dann an den beiden vor bei gehen wollte, um aus der großen Flügeltüre zu schreiten.

[bei Estelle | erschrickt | redet | will gehen ]

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Reiter preschen durch die Menge, Bogenschützen lichten Reihen, Lanzenträger Katapulte, Mauern brechen, stürzen ein. Auf der Höhe die Strategen, Boten hetzen durch die Schlacht, Der Spion in Feindeshand - Ein Hinterhalt in finst'rer Nacht..Das Kriegsglück liegt bald hier, bald dort, Gegner tasten, suchen Lücken, Brechen durch - ein Gegenschlag. Man sieht Männer Waffen zücken. Einer dann den Ausfall wagt, Recken prallen aufeinander. Panzer scheppern, Schilde brechen, Klingen suchen, finden, stechen...
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr Feb 08, 2013 9:15 am


Caitlin hatte nicht erwartet, so schnell einen Gesprächspartner zu finden, wenn überhaupt. Ihr Blick hing, in Gedanken versunken, an den Tänzern auf der Tanzfläche und so hatte sie seine Anwesenheit erst bemerkt, als der Leibwächter zu sprechen, oder eher drunksen, anfing. Die junge Frau war so überrascht, dass sie den Ersten Satz garnicht mitbekam sondern auf den gut gebauten Mann neben sich starrte. Er war der Beschützer Estelle's, soviel wusste sie. Auch das er Balian war, immer bewaffnet und immer in der Nähe ihrer Gastgeberin. Nicht viel mehr außer „Guten Abend“ und „Ja, Madam.“ hatte sie ihn noch nicht viel reden hören. Noch ein Grund, weshalb sie jetzt überrascht, fast schon irritiert wirkte. Überhaupt hatte sie selbst eigentlich noch nie alleine mit ihm Geredet, doch ihr viel auf das er eine angenehm ruhige Stimme hatte und es einem leicht viel ihm zuzuhören. Von Talis wusste sie, dass er ein sehr ruhiger, aufmerksamer Mann war. Immer um die Gesundheit Estelle's beunruhigt. Doch nicht nur Unruhe war in seinen Augen. Die Blicke, die er Estelle schenkte waren liebevoll. 'Verliebt wie ein kleiner Junge.' stellte Caitlin lächelnd fest.

Sie war gerührt, dass Balian sich selbst ihr einfach so zum Reden anbot. Caitlin seufzte leise. Ja, oft konnte sie dies gebrauchen. Vorallem wenn Talis auf den Schlachtfeldern war...wenn er dann irgendwann nicht mehr zurückkam. Der Gedanke schmerzte und schnell verscheute Caitlin ihn mit einem selbstbewussten Kopfschütteln. Über die nächsten Sätze, die der Mann aussprach musste Caitlin lachen. Es stimmte wohl. Und sie fuhr sich über die Augen; kein Zeichen von Trauer oder Ärgernis. Nein, es war eher Verzweiflung über die Wahrheit, die Balian aussprach. Wenn auch auf eine amüsante Weise. Schnell wurde sie jedoch wieder ernst, als er über Talis's Eifersucht sprach. Ja, sie wusste das er schnell in die Luft ging, vorallem wegen manch Adliger und ihren (unangenehmen) Blicken. Sie hatten ihn auch nicht anfahren wollen, doch in dem Moment draußen, als er sich einfach die Flasche an den Hals setzte und den Alkohol praktisch hinunterschüttete, hatte sie es mit der Angst Zutun bekommen. Sie hatte Angst, dass er ihr jemals Betrunken begegnete. Sie liebte ihn, dass stand außer Frage und sie wusste, spürte, dass auch Talis sie liebte. Doch wusste sie auch, was betrunkene Taten.. Dessen war sie sich nur zu gut bewusste, besonders nach der Nacht als sie einst, zu hause bei ihren Eltern, nicht schlafen konnte und ins Dorf ging. Vermummt, aber anscheinend nicht so gut. Man erkannte trotzdem das sie eine Frau war... Zum Glück konnte sie schnell rennen und der Betrunkene Mann war mit dem vielen Alkohol im Blut doch recht unsicher auf den Beinen gewesen, als das er ihr schnell folgen konnte.

„Ich hatte Angst.“ brachte sie schließlich leise hervor. „Angst das dieser Funken ausreicht um das Feuer in ihm zu entfachen, den Rausch, den er während seines Alkoholkonsums fühlte, zurückholen konnte. Ja, in dem Moment hatte ich Angst vor ihm. Auch wenn es mir jetzt albern vorkommt.“ sie verschwieg die Nacht, die ihr noch zu gut im Gedächtnis war und hörte Balian weiter zu. Woher er wusste, was zwischen ihnen vorgefallen war, war Caitlin schleierhaft. Doch sie wollte nicht weiter darüber nachdenken und nickte schließlich. „Ja, das weiß ich. Und ich liebe ihn, das könnte nichts zwischen uns ändern...“ sie erwiderte das Lächeln des Mannes und entdeckte dabei Talis, wie er aufstand, seine Maske abnahm, was nun zur Nebensache wurde, und etwas trank. Caitin blendete Balian aus und blickte zu ihrem Verlobten. Als sie in seine Augen blickte, konnte sie trotz der Entfernung die Eifersucht und die Wut sehen. Ob nun auf sie oder auf Balian war ihr nicht bewusste – sie war da, das reichte schon um der junge Frau einen schauder über den Rücken laufen zu lassen. Ihr Blick fand seinen, sie hoffe er sah in ihren Augen die Liebe, die sie für ihn empfand und nichts mehr von der Wut, der Trauer die noch vor wenigen Minuten in ihr gebrodelt hatten. Fast schon mit Entsetzten beobachtete sie die Verbeugung, die er in ihre Richtung unternahm und dann scheinbar in ihre Richtung schritt. Doch sie hatte sich getäuscht – er wollte an ihr vorbei, aus dem Saal. Wohin auch immer. Ihren Verzweifelten Blick richtete sie auf den Boden, als er an ihr vorbei eilte. Wollte sie das ? Wollte sie, dass sie sich in Streit trennte ? Wollte sie ihn einfach so gehen lassen, ob nun in den Tod, eine Schlacht aus der er wieder kam oder auch nur hinaus aus den Saal ?
So schnell wie die Fragen durch ihr Bewusstsein rasten, so schnell fand sie ihre Antwort. Nein ! Sie wollte ihn nicht gehen lassen, wohin ihn das Leben auch führen wollte, sie wollte ihn spüren. Seine Wärme, seine Arme und seine Lippen auf ihren. Sie wollte seinen Geruch einatmen, der sie einhüllte und sie in einen Traumlosen, sanften Schlaf gleiten ließ. Sie murmelte eine Entschuldigung in Richtung Balian und eilte hinter ihrem Verlobten hinterher. Er war fast am Ende der Treppe, als sie unten ankam und stehen blieb. „Talis...ich liebe dich. Bitte...“ flüsterte sie kaum hörbar. Doch sie wusste das er es gehört hatte. Er musste es einfach gehört haben, anders konnte es garnicht sein. Sie fand keine Worte für die Bitte, die ihr auf der Zunge lang. Die ihr Herz mit Liebe füllte. Ihre Stimme verweigerte ihr den Dienst – sie konnte nicht aussprechen das sie ihn, und nur ihn, wollte !
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Sa Feb 09, 2013 1:41 am

Mit den Blick einfach auf den Boden gerichtet war er durch die Flügeltür gegangen. Die leichte Verbeugung der Diener, die diese immer öffneten, hatte er einfach ignoriert. Nach wenigen Schritten ging er zu der Wendeltreppe, die ihn später zu seinem Zimmer führen würde. Es war grauenvoll wie der Klang seiner Schritte zwischen den Steinmauern widerhallte. Es hatte es gespenstisches und fast sofort fühlte Sich Talis wieder so, als würde er irgendetwas schweres tragen. Hier musste er nicht so aussehen, als würde ihn kaum etwas bedrücken. Er musste sich nicht mehr verstellen. Zu erst war er recht zügig, wie immer eigentlich, die Stufen empor gegangen. Gen ende jedoch waren seine Schritte langsamer geworden. Eine Hand legte er an den kalten Stein und schloss die Augen. Gerade als er weiter gehen wollte, hörte er wie offenbar jemand am unteren Ende der Treppe hielt. Kurz darauf folgten geflüsterte Worte, die er eigentlich nur halb verstand, doch das reichte ihm. Er konnte sich ihren Inhalt zusammen reimen. Irgendwie war er dankbar dafür, dass sie ihm gefolgt war. Wahrscheinlich hätte er sich in seinem Zimmer sonst doch noch dem Suff hingegeben und das konnte er sich nicht leisten. Doch was sollte er ihr sagen, wenn er ihr jetzt wieder gegenüber trat? Das wusste er nicht, sein Kopf war eigentlich wie leer gefegt. Jedoch rief ein neues paar Füße seine Konzentration wieder vollkommen zurück. Ein Diener lief an Caitlin vorbei und erklomm die Treppe recht schnell. Bei Talis blieb dieser stehen und sagte dann leise „ Majestät, der hier ist von Sir Arthur...er wollte, dass ihr ihn schnell bekommt.“. Dankbar nickte Talis und entfaltete das Blatt Papier.

Während er die ersten Schritte zu Caitlin hinunter ging, las er die Worte auf diesem Schreiben. Einmal atmete er tief durch und knirschte mit den Zähnen. Er hatte gehofft, dass es mehr Krieger waren, die er morgen zum Schlachtfeld führte. Doch offenbar war ihm dieses Glück nicht wirklich vergönnt. Von den Berichten konnte er ungefähr einschätzen, wie viele Krieger noch immer auf dem Schlachtfeld warteten, aber diese Schätzung war ebenso wenig wirklich gut. Talis faltete das Papier wieder zusammen und schob es sich in die Innentasche seines Wamses. Nicht schon wieder wollte er Caitlin mit schlechten Neuigkeiten bedrücken, dass hatte er eben schon genug geschafft. Daher ging er ruhig zu Caitlin und musste ein wenig schmunzeln. Es entging ihm keines Falls das sie all die Schminke abgewischt hatte. Zum Teil freute er sich darüber, zum anderen wusste er jedoch dadurch auch, dass sie geweint hatte und das zerriss ihm immer das Herz. Sanft griff er nach ihren Händen und sah ihr dann tief in die Augen. „ Ich liebe dich auch...mehr als irgendetwas sonst auf dieser Welt Caitlin. Du..kennst mich wahrscheinlich besser, als ich mich selbst kenne...“ ,sagte er dann leise mit rauer Stimme. Er war nicht ganz sicher ob er weiter reden sollte oder nicht, aber eigentlich wollte er das ganze geklärt haben, bevor er Morgen verschwinden musste. „ Und..deswegen solltest du vielleicht wissen, das der einzige Grund, warum ich damals mit dem Trinken aufgehört habe, du gewesen bist. Ich habe beschlossen mich nie wieder dem blanken Suff hinzugeben, weil ich wusste wie sehr du Betrunkene verabscheust. Und wenn du mir ..genau in die Augen siehst, solltest du doch erkennen dass ich noch Herr meines Handelns und meiner Sinne bin..Gut, ich mag jetzt vielleicht andere Gefühle mehr wahrnehmen, als nüchtern aber dazu hätten auch zwei Becher Wein geführt und von denen wäre ich nicht einmal angetrunken.“ ,sagte er leise und lächelte matt. „ Hinzu kommt noch, dass ich es mir nicht leisten kann betrunken zu sein. Auch wenn ich es nicht will, so habe ich jetzt ...folgenschwere Entscheidungen zu treffen und die muss ich mit klarem Verstand treffen können. Ich bin nicht mehr, wie der junge, freche aber gutmütige Trunkenbold wie früher. Ich bin...erwachsen geworden, auch wenn man das kaum glauben mag..“ ,so endete er und legte ihre Hände dann an seinen Brustkorb. So konnte er ihre Hände los lassen und seine an ihre Taille legen, wobei seine Finger kurz aber sanft über ihren Bauch strichen. „ Ich will mich nicht mit dir streiten, nicht wegen...so etwas und eigentlich will ich mich überhaupt nicht mit dir streiten. Meistens kapituliere ich dabei, so oder so vor dir weil du mir zu wichtig bist, als das ich dich verlieren möchte.“ ,sagte er sehr leise und küsste dann sanft ihre Stirn. Sanft zog er sie an sich heran und genoss es einfach nur, wie sich ihr Körper an seinen Schmiegte. Die Wärme die von ihr ausging und auch die Ruhe die sie seinen Gedanken brachte. So konnte er alles einfach gerade beiseite schieben und nur an Caitlin denken. Weder der bevorstehende Kampf, noch der Tod seines Vaters geisterte gerade in seinem Kopf herum. Lediglich das ungute Gefühl eines Todgeweihten wollte nicht von ihm lassen.

Möchtest du...noch einmal mit mir Tanzen?“ ,fragte er dann schließlich sehr leise. Zwar wusste er, dass er sich bald wirklich zurück ziehen wollte, aber wenn Caitlin noch einmal Tanzen wollte, dann würde er ihr garantiert diesen Wunsch erfüllen. Schließlich hatte er sich selbst und ihr schon den Kinderwunsch nicht erfüllen können. Für gewöhnlich gaben Männer bei dem Problem immer den Frauen die Schuld, doch Talis war nicht so. Er würde Caitlin nie einen Vorwurf machen, sondern gab sich selbst die Schuld daran. Noch vor kurzem hatte dieser Gedanke sehr an ihm genagt, doch inzwischen hatte er erstens deutlich andere sorgen und zweiten hatte er irgendwie gelernt, sich damit abzufinden. Er konnte lediglich hoffen, dass es Caitlin nicht zu schwer nehmen würde wenn sie keine Kinder bekamen. Das seine zukünftige Königin bereits ein wenig den Gedanken hegte vielleicht Schwanger zu sein, ahnte er nicht einmal im geringsten. Talis hatte wieder die Augen geöffnet und griff nach Caitlins Hand. Dann wühlte er mit der anderen Hand den Siegelring des Thronfolgers heraus und steckte ihr den Ring an den Finger. „ Wenn ich ..zurück kommen sollte, dann werde ich dir einen richtigen Ehering mitgebracht haben...versprochen..“ ,sagte er dann leise und sanft, nur um dann zärtlich ihre Hand zu küssen. „ Also..wollen wir noch einmal tanzen und herausfinden, ob ich es angetrunken besser vermag als nüchtern? Oder...kommst du mit mir nach oben, in mein Gemach?“ ,dabei versuchte er ein wenig zu lächeln, um die Stimmung von Caitlin etwas zu heben. Sie sollte nicht merken und nicht spüren, dass er sich selbst für einen Todgeweihten hielt.

[Bei Caitlin am Fuß der Treppe | redet | nimmt sie in den Arm | steckt ihr einen Ring an den Finger | fragt sie etwas]

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Reiter preschen durch die Menge, Bogenschützen lichten Reihen, Lanzenträger Katapulte, Mauern brechen, stürzen ein. Auf der Höhe die Strategen, Boten hetzen durch die Schlacht, Der Spion in Feindeshand - Ein Hinterhalt in finst'rer Nacht..Das Kriegsglück liegt bald hier, bald dort, Gegner tasten, suchen Lücken, Brechen durch - ein Gegenschlag. Man sieht Männer Waffen zücken. Einer dann den Ausfall wagt, Recken prallen aufeinander. Panzer scheppern, Schilde brechen, Klingen suchen, finden, stechen...


Zuletzt von Talis am Di Feb 12, 2013 8:04 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Sa Feb 09, 2013 5:27 am

Die Tatsache, dass es Talis nicht gut ging, machte auch Estelle langsam zu schaffen. Ihre Laune hatte sich mittlerweile geändert und sich der ihres Freundes angepasst. Als er zu sprechen begann, hielt sie den Mund. Nicht ein einziges Wort sprach sie, sondern ließ ihn reden. Hörte ihm zu und nahm jedes einzelne Wort auf. Dachte sich ihre Dinge dazu, verzog zwischenzeitlich das Gesicht. Besonders als er erwähnte, er würde niemals wieder zurückkehren, machte der Blonden zu schaffen. Talis war für sie wie ein Bruder und sie ertrug den Gedanken nicht, ihn zu verlieren. Ziemlich deprimiert schloss sie die Augen und lehnte den Kopf an die Wand. Dann erzählte er von seinem momentanen Problem, was den Alkohol betraf. Estelle blinzelte und nickte nur. Ja, sie verstand, dass Caitlin aufgebracht sein mochte. Männer, die tranken, waren wirklich nicht der angenehmste Zeitvertrieb. Sie wollte damit nicht sagen, dass Talis zu einem dieser Monster wurde. Doch auch er hatte seine Macken und konnte unangenehm werden – wie so ziemlich jeder Mensch. Wieder sprach er vom Krieg. Davon, dass er nicht zurückkommen würde. Davon, dass er sterben würde. Wütend schlug Estelle die Augen auf und setzte sich ruckartig auf, sodass sie Talis anblicken konnte. Mehrmals blinzelte sie, doch ihre Augen blieben feucht. Ihre Stimme klang zittriger, als sie es wollte. „Hör auf, so etwas zu sagen Talis. Hör auf. Ich kann das nicht ertragen“ schleuderte sie ihm entgegen, wobei sie dennoch ziemlich leise sprach. Sie wollte ihren Bruder nicht verlieren. Nicht darüber nachdenken. Und es schon gar nicht aus seinem Mund hören. Ihre Hände hatte sie zu Fäusten geballt, doch sie zitterten unaufhörlich und es fiel ihr schwer, sich noch zu beherrschen. Langsam nickte sie. „Du weißt, dass ich für Caitlin da sein werde. Dass ich alles in meiner Macht stehende tun würde, um sie zu unterstützen. Und wenn ich ihr persönlich dazu verhelfen müsste, auf den Thron zu kommen. Aber sie soll nicht allein dort sitzen. Caitlin gehört nicht allein auf den Thron, und das weißt du. Sie gehört neben dich.“ Ihr Blick hielt dem Talis‘ stand und sich dachte gar nicht daran, jetzt zu gehen oder ihn allein zu lassen. Verzweiflung hatte sich in ihren Blick gemischt, als Talis aufstand, sich zweckmäßig verabschiedete und ihr einen Kuss auf die Stirn gab. „Geh‘ jetzt nicht“ flüsterte sie, doch der Dunkelhaarige schien dies nicht wirklich zu hören. Estelle vermied es, ihm hinterher zusehen oder gar ihm nachzulaufen. Es würde nichts nützen. Er war betrunken und ließ nicht mit sich diskutieren. Sie hoffte wenigstens, ihn morgen früh noch einmal sehen zu können. Der Gedanke, ihn zu verlieren, machte sie fertig und so schloss sie wieder die Augen, um alles Andere auszublenden. Es fiel ihr nicht schwer, die Geräusche des Balls zu verdrängen, doch je leiser es scheinbar um sie herum wurde, desto lauter wurden die Gedanken in ihrem Kopf. Panisch schlug sie wieder die Augen auf – es war eine schlechte Idee gewesen. Schnell rappelte sie sich auf und strich ihr Kleid gedankenverloren zurück. Ihr Blick flog durch den Raum, doch Talis war nicht mehr zu entdecken. Diese ganze Situation war einfach nicht das, was sie im Moment gebrauchen konnte. Verwirrt blickte sie sich um und versuchte, sich wieder zu Recht zu finden. Doch so wirklich wollte es ihr nicht gelingen.

{ TALIS | will ihn nicht gehen lassen | verwirrt }

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Sa Feb 09, 2013 6:18 am

Balian hörte der Königin ruhig zu und nickte gelegentlich. Er konnte sie verstehen und schwieg etwas. Dann bemerkte er, wie ihr Blick zu jemand anderem Wanderte. So folgte er ihrem Blick und sah den König. Die Blanke Eifersucht und leichte Wut konnte selbst Balian in seinen Augen erkennen. Daher wanderte sein Blick wieder gen Boden. Er wollte den König nicht noch mehr verärgern. Zum Glück schien dieser es nicht auf eine Auseinandersetzung abgesehen zu haben und wollte an ihnen vorbei gehen. Es war nur zu gut zu verstehen, dass Caitlin ihm hinter her wollte. Daher störte es ihn nicht, dass sie ihrem Verlobten folgte. Außerdem war Balian selbst nur ein Sklave, er konnte dort zurück gelassen werden wo Adlige es für angebracht hielten. Kurz sah er einen Augenblick zu der Tür, bevor er dann schließlich wieder in den Saal sah. Zu erst entdeckte er nichts besonderes und dann wanderte sein Blick zu Estelle. Sofort schluckte er sehr hart. Sie wirkte völlig durch den Wind und orientierungslos. Daher musste er nicht lange überlegen und drängte sich durch die Gäste zu seiner Herrin und Geliebten. Nun wusste er jedoch nicht weiter. Er war nicht gut darin, andere zu trösten und bei denen die er Liebte schon gar nicht. „ Estelle...was ist...passiert?“ fragte er durch aus besorgt und nahm sie sanft in den Arm. Er hatte sie selten so vollkommen fertig gesehen. Meistens war sie immer sehr gefasst, vor allem wenn sie gerade in der Öffentlichkeit war – doch das hier war alles andere als gefasst. Innerlich machte Balian sich sogar richtige sorgen, dass sie irgendwie umkippen könnte. „ Ich bin hier..mach dir keine Sorgen..“,sagte er etwas sanft und legte eine Hand an ihren Hinterkopf. So konnte er diesen an seine Schulter lehnen. Den anderen Arm legte er um sie herum und schmiegte so ihren Körper sanft an seinen heran.
Balian hatte nur einen Teil des Gespräches von den beiden mitbekommen und daher wusste er nicht ganz, wass Estelle jetzt beschäftigte. Jedoch konnte Balian auch hier eins und eins zusammen zählen. Talis hatte gebrochen gewirkt, vollkommen erschöpft und irgendwie seltsam. Nichts ungewöhnliches wenn man gerade einen Verwandten betrauerte, aber da war etwas anderes in seiner Art gewesen, dass Balian noch nie gesehen hatte. Etwas hinter der gebrochenen Art des Mannes und vielleicht war es genau das, was Estelle jetzt beunruhigte und völlig verwirrte. „ Es ist...alles gut, ich bin hier...sag mir was geschehen ist und ich ...will versuchen dir zu helfen Liebste..“ ,raunte er sanft und küsste zärtlich ihren Schopf. Er konnte es nicht sehen, wenn sie traurig war oder es ihr nicht gut ging. Dann fühlte er sich selbst seltsam, als hätte man seinen Brustkorb zusammen geschnürt. Nein, sie unglücklich und mit negativen Gefühlen zu sehen zerriss ihn jedes mal auf eine weise, die er vor einiger Zeit noch nicht gekannt hatte. Beruhigend fuhr er mit einer Hand etwas über ihren Rücken, hoffte dabei dass er ihr so den nötigen Halt geben konnte, den sie jetzt brauchte.

[Lässt Caitlin ziehen | geht zu Estelle | nimmt sie in den Arm]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   So Feb 17, 2013 6:29 am


Sie hatte sich eigentlich garkeine Gedanken gemacht, was sie zu ihm sagen wollte, wie sie sich verhalten sollte...Doch der Diener machte es ihr leicht und verschaffte ihr noch weitere Sekunden in der ihre Gedanken jedoch nur um eines kreiste. Talis. Als er sich zu ihr umdrehte, sah sie Erleichterung, darüber das sie ihm nach war ? Sie wusste es nicht, sie konnte ihn nur anstarren. Sie musterte sein Gesicht, seinen Torso der trotz der Kleidung seine Muskeln deutlich abzeichnete. Seine Finger, die um das Gerüst geklammert waren und seine Lippen. Seine Lippen, die sie nur zu gut kannte. Die sich schon so oft an ihre geschmiegt hatten und die über ihre Haut gewandert waren. Sie unterdrückte einen seufzen und verschränkte ihre Hände, die sich sonnst nach ihm ausgestreckt hätten.
Ihre Blick verhakte sich in seinen Augen und sie wusste auf Schlag, das er ihr verzeihen würde. Sie hoffe es eher, aber tief in ihrem Innern setzte sich der Gedanke fest. Hoffnung keimte in ihr auf und ihr Blick senkte sich zu Boden. So kannte sie sich garnicht. So hoffnungslos. Sie hatte wirklich befürchtet das es zwischen ihnen nicht mehr in ordnung kommen würde, bevor er wieder in die Schlacht ritt. In die Schlacht, aus der er möglicherweise nicht mehr wieder kommen würde.
Den Diener, der an ihr vorbei auf ihn zu eilte, bemerkte sie nur am Rande ihres Bewusstseins. Er drückte ihrem Verlobten einen Brief in die Hand, murmelte etwas das sie von unten nicht verstand und eilte wieder davon. Talis wandte seinen Blick von ihren Augen zu dem Blatt Papier in seinen Händen.

Endlich setzte er sich in Bewegung. Während er die Stufen hinabstieg, überflogen seine Augen die Zeilen und sein Gesichtsausdruck wandelte sich von Erleichterung in Resignation und Wut. Er konnte sein ausatmen praktisch auf ihrem Gesicht spüren, so sehr stieß er die Luft aus. Doch er steckte den Brief in sein Gewannt und blickte wieder sie an. Sie war froh darüber, das er ihr nicht erzählte was ihn gerade gequält hatte. Sie wollte sich jetzt auf ihn konzentrieren und nicht auf sein Unglück. Ruhe kehrte in ihn ein und sie sah Belustigung in seinen Augen aufblitzen was sie verwirrt blinzeln ließ. Doch als sie merkte, wie er ihr Gesicht musterte und da wusste sie das es um ihre fehlende Schminke ging. Sie ignorierte es.
Als er schließlich gänzlich vor ihr stand, musste sie den Kopf in den Nacken legen, um ihm in die Augen zu sehen. Ihr Herz machte einen Hüpfer als seine großen Hände ihre umschloss und er anfing zu sprechen. Seine Stimme war rau und unsicher, zögerte einen Moment bevor er erneut ansetzte. Doch bei seinen nächsten Worten blickte sie nach unten, unfähig ihm in die Augen zu sehen. Sie bereute was sie zu ihm gesagt hatte. Natürlich vertraute sie ihm, das er nicht mehr anfing sich nach den Alkoholischen Getränken zu verzehren. Auch hatte sie sich gedacht, das sie oder ihre Verlobung dazu beigeführt hatte das er mit dem Trinken aufhörte. Sie lauschte seinen Worten und hob schließlich auch langsam den Kopf. Sie konnte sich leicht denken, was er mit „folgenschwere Entscheidungen“ meinte. Mal wieder kam der Krieg zu Wort...
Sie war nicht im Stande irgendwas zu sagen. Auch sie hasste schreit, vorallem mit ihm. Und noch mehr hasste sie ihn wenn er am nächsten Tag in eine Schlacht zog. Vorallem war sie nicht im Stande etwas zu sagen, da er sie nun an sich zog. Unter ihren Händen spürte sie seinen Herzschlag. Gleichmäßig, nicht wie ihrer, schnell, wie nach einem schnellen Ritt. In ihrem Bauch flatterten Tausend Schmetterlinge auf und ab. Vorsichtig wanderten ihre Finger über seinen Oberkörper und schmiegte dann ihr Gesicht an seine Schulter, während er sie näher zog. Warm spürte sie seine Lippen auf ihrer Stirn. Eine leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Ihre Augen blitzen. „Du meinst also, nicht meine Argumente sondern deine persönlichen Wünsche haben unsere Auseinandersetzungen jedes mal gewonnen ?“ sie schob ihr Kinn vor um ihm kek in die Augen zu sehen. Ihr lächeln machte ihren sturen Blick zunichte und sie musste selbst nach wenigen Sekunden leise lachen. Caitlin schlang im die Arme um den Hals und schmiegte sich noch näher (wie das ging wusste selbst sie nicht) an ihn, sodass die junge Frau seine winzigen Bartstoppeln auf ihrem Haar spürte.

Die Frage nach noch einem Tanz überraschte sie. Klar, sie standen hier in der Vorhalle, heimlich beäugt von den Wachen vor der Tür, jedoch hatte sie nicht gedacht, das er noch einmal tanzen wolle. Kurz runzelte die Stirn, doch nach wenigen glättete sie sich wieder, als wäre es nie da gewesen. Natürlich fragte er nur, wegen ihren Wünschen und ihrem Spaß am Tanzen. Doch selbst sie verspürte jetzt keine allzu große Lust nocheinmal hinein zu spazieren, da es doch Aufmerksamkeit auf sich regen würde. Na Klar, Talis war der König, die Tatsache würde immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, doch Fünfmal in den Saal zukommen war doch Dreimal zu viel. Es war ihr schon beim Drittenmal unangenehm gewesen, auch wenn sie sich sonnst nicht um das Reden der Adligen kümmerte, stellte sie fest, dass es ihr heute schon etwas ausmachte. Ob es nun die Tatsache war, das ganz eindeute eine Auseinandersetzung zwischen ihnen beiden stattgefunden hatte oder sie einfach sensibler geworden war, wusste sie nicht. Es war, als würde sich etwas in ihr verändern...
Als ihr Verlobter anfing in seiner Tasche rumzuwühlen und ihr schließlich seinen Siegelring an den Finger steckte, holte sie in die Wirklichkeit zurück. Überrascht und zugleich Verblüfft sah sie auf ihre Hand hinunter. Er war schwer, sie hatte ihr Herz eigentlich noch nie sehr an Ringen gehängt. Doch diese Geste berührte sie. Sie machte deutlich das sie zu Talis gehörte und er zu ihr. Das er sie liebte. Nicht das sie daran jemals gezweifelt hätte; es machte es nur nocheinmal deutlich. Tränen stiegen ihr in die Augen, vor Rührung und Trauer zugleich. Er sagte nicht „falls ich zurück komme“ sondern „falls ich zurück kommen sollte.“ Deutlich spürte sie seine Zweifel in seiner Stimme und in seinem Bewusstsein. Er wusste es nicht, hoffe, aber wusste es nicht. Glaubte fast nicht daran.
Caitlin wischte sich die Tränen weg die ihr leise über die Wange liefen und sah zu ihm hoch. „Nein, lass uns in dein Gemach gehen.“ sie wollte jetzt mit ihm allein sein. Kurz vergrub sie ihr Gesicht an seiner Brust, bevor sie sanft ihre beiden Hände miteinander verschränkte und ihn neben sich her die Treppen hochzog.
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Di Feb 26, 2013 11:49 pm

Wie erleichtert er doch war, dass Caitlin ihm verzieh und offenbar schien der Streit nicht weiter zwischen ihnen zu stehen. Es war ein tröstlicher und schöner Gedanke, dass sie heute Abend doch nicht in getrennten Betten schlafen würden. Daher schloss er erleichtert die Augen, als sie ihr Gesicht an seine Schulter legte. Ihre Nähe war beruhigend und half ihm dabei, einfach alles was mit Morgen und dem Krieg zu tun hatte zu vergessen. Zumindest solange bis er sich morgen anziehen würde und sich in seine Rüstung quälen musste. Doch noch musste er daran keine Gedanken verschwenden. Dennoch stutzte er ein wenig, als sie auf einmal keck das Kinn vorschob und mit einem funkeln in den Augen ansah. Sie stelle ihm eine Frage, bei der er nur verlieren konnte. Entweder bestätigte er jetzt ihren Verdacht oder aber er lehnte ihn ab. Beides würde nicht gut für ihn nicht gut ausgehen, daher musste er sich jetzt eine versöhnliche Antwort überlegen, die weder das eine noch das andere aussagte. „ Nun, Mal waren es deine Wünsche und zu anderen Zeiten deine Argumente. Beides sind für einen Mann gute Gründe zu kapitulieren und seiner Geliebten ihre Wünsche zu erfüllen oder ihren Argumenten nachzugeben..“ ,sagte er dann mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen. Nur um dann einfach die Arme um sie zu legen und dicht bei sich zu halten. Es tat unglaublich gut so von ihr umarmt zu werden. Diese innige Umarmung ließ ihn auch die letzten schlechten und negativen Gedanken vergessen. Gleich was ihn auch bedrückte, seine Verlobte schaffte es ihm jeden dieser düsteren Gedanken auszutreiben. Eine Fähigkeit die er nur zu gerne auch einmal im Kriegslager gebrauchen könnte – doch dort waren Frauen verboten und er als König hatte sich strenger daran zu halten als seine eigenen Krieger.

Das sie überrascht war, als er nach dem Tanzen fragte entging ihm nicht. Aber es störte ihn auch nicht, schließlich hätte man von einem Mann jetzt erwartet, dass er nicht lange darum herum sprach seine Geliebte zu sich in Zimmer und in sein Bett zu holen. Für gewöhnlich hätte Talis das auch einfach getan, aber sie hatten sich kurz zuvor gestritten und daher wollte er zumindest guten Willen beweisen. Dann jedoch war er ein wenig irritiert, als Caitlin ihr Gesicht so sehr an seinen Brustkorb drückte. Tat sie das aus Traurigkeit oder vielleicht aus Angst? Hatte man ihm doch angemerkt, dass er für sich selbst keine Hoffnung auf eine Rückkehr hatte? Er war sich nicht ganz sicher und hatte jedoch gleichzeitig auch irgendwie eine gewisse Angst Caitlin zu fragen. Noch weiter bohrten sich die Fragen über ihre Gefühle in seinen Kopf, doch eine Antwort konnte er nicht finden. Talis würde seine Königin schon fragen müssen und das wagte er sich nicht. Dann rührte sie sich und löste sich von ihm. Sofort schnürte sich die Kehle des jungen Mannes zu, als er beobachtete wie sie sich Tränen von den Wangen wischte. Sie hatte sich also doch aus Trauer an ihn heran geschmiegt und sein versucht, die trüben Gedanken von ihr Fern zu halten war gescheitert. Daher dauerte es, bis er wirklich registrierte was sie gesagt hatte. Erst als sie ihre Finger mit den seinen verschränkte und die ersten Schritte die Treppe hoch ging, riss sie ihn aus der Starre. Leicht nickte er und war irgendwie froh, dass er nicht noch einmal Tanzen musste. Wie gut es gegangen wäre, wenn er angetrunken hätte tanzen müssen. Wahrscheinlich hätten seine Tanzkünste sich dorthin zurück katapultiert, bevor er regelmäßig mit Caitlin zu Tanzen begonnen hatte. „Sehr gerne..“ ,raunte er ihr zärtlich entgegen und ging mit ihr dann die Treppe hinauf. Während sie ihn mehr führte, als das er selbst darauf achtete wo er hin ging, dachte er weiter nach. Er wollte Caitlin nicht verlieren, aber wenn er nicht einen anderen seiner Männer opfern wollte, musste er es selbst tun. Für gewöhnlich war Talis immer zu stur gewesen um zu sterben, selbst bei schweren Verletzungen. Wie es dieses mal sein würde, konnte er jedoch nicht sagen.

Langsam öffnete er die Tür zu seinem Zimmer und ließ Caitlin eintreten. Nachdem auch er das Zimmer betreten hatte, schloss er die Tür hinter sich und zündete die Kerzen im Kerzenständer an. So wurde der große Raum etwas mehr erhellt, jedoch nicht so hell das es wirklich stören würde. Es war ein gemütlich eingerichtetes Zimmer. Das Bett war groß und die Möbelstücke waren aus dunklem Holz. An der linken Seite stand der Schrank mit seiner Kleidung darin. In einer Truhe vor Fußende des Bettes befand sich seine Rüstung. Während seine Waffen in der Ecke neben dem Schrank stand. Sein Blick haftete kurz auf der Krone seines Vaters, die auf dem Schreibtisch lag. Der Schreibtisch stand an der rechten Seite des Raumes und darauf waren inzwischen allerhand Papiere und Briefe zu stehen, genauso wie eine zusammen gerollte Karte. Auch kleine Holzsteine waren auf dem Tisch verteilt, die er im Kriegslager benutzte um die Planung der Schlachten besser vor sich sehen zu können. Doch das wohl auffälligste auf dem Schreibtisch war die mattgoldene Krone. Die seine, war deutlich kleiner gewesen und noch immer sah er sie als seine an. Noch immer konnte er sich nicht mit dem Gedanken anfreunden die Krone seines Vaters morgen tragen zu müssen. Mit einem leisen räuspern zog er das Wams aus und warf es über die Krone. Er wollte gerade nicht daran erinnert werden was passiert war und was morgen bevor stand. Nun trug er nur noch ein dunkles Hemd, dass bis zur Mitte des Brustkorbs etwas offen war. Ruhig drehte er sich zu Caitlin um und fuhr mit einer Hand durch ihre Haare. „ Du bist..wunderschön ...“ ,murmelte er sehr leise und zog sie dann sanft an sich heran. Sanft und kurz küsste er ihre Lippen und wandte dabei den Blick nicht von ihren Augen. „ Es ist..wirklich erstaunlich, dass du mich liebst. Ich habe dich eigentlich gar nicht verdient..“ ,das sagte er mehr zu sich selbst als zu Caitlin und daher war seine Stimme noch ein Stückchen leiser geworden. Schnell wollte er diesen Gedanken vertreiben und küsste sanft ihren Hals. Dabei hatte er begonnen sich hinter sie zu stellen und legte die Hände an die Schnürung ihres Kleides. Natürlich wollte er ihr aus dem Kleid helfen. Er wollte ihr wieder Nahe sein und eigentlich nicht nur einmal in dieser Nacht. Wahrscheinlich weil er unterbewusst doch nicht verdrängen konnte, dass er Morgen wieder in den Krieg ziehen musste. „ Darf ich..?“ fragte er dann sehr leise, denn er würde sie zu nichts zwingen. Der junge König, würde nur weiter machen, wenn sie es ihm erlaubte und wenn nicht würde er es akzeptieren. Er würde sich einfach mit ihr ins Bett legen und es genießen sich einfach ganz harmlos an sie heran zu schmiegen. Auch wenn er wie jeder Mann war und natürlich am liebsten mit ihr eine traute Zweisamkeit genießen. Sie dicht bei sich spüren und vielleicht doch noch ein Kind mit ihr zu zeugen. Wenn er dann wirklich sterben würde, dann hatte Caitlin wenigstens etwas das ihr über die Zeit helfen würde.

[geht mit Caitlin in sein Zimmer | versucht seine Gedanken zu verdrängen | Will Caitlin ausziehen]

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr März 08, 2013 10:22 pm


Eindeutig stand Talis die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Genauso wie er hasste sie es, wenn sie beide sich stritten. Sein Herz schlug stetig in seiner Brust und sie spürte es, als sie ihren Kopf an seine Brust lehnte. Das dumpfe dudumm, dudumm ließ ihre innere Ruhe zurückkehren und Caitlin stieß einen tonlosen Seuftzer aus. Sie fühlte sich geborgen in seinen Armen, die sich schützend um sie legten und in denen sie schon so viele Nächte eingeschlafen war, mit der Gewissheit das sie auch am Morgen noch da waren. Das er bei ihr blieb und nicht zu nächtlicher Stunde einfach seine Sachen nahm und verschwand. Nein, so jemand war ihr Verlobter nicht. Außerdem wusste sie das er sie liebte und schon diese Gewissheit gab ihr Halt, die nächsten Wochen ohne ihn zu überstehen. Wie, war ihr jedoch noch nicht ganz klar...
Schnell verscheute sie den Gedanken an den Krieg und blickte Talis in die amüsierten Augen, als er antwortete. Caitlin musste grinsen, wie immer hatte er eine perfekte Antwort auf den Lippen. Eigendlich hätte sie es sich denken können, so war ihr Geliebter halt. Er zog sie noch dichter zu sich und die junge Frau streckte sich. Sanft drückte sie Talis einen liebevollen Kuss auf de immer noch amüsiert verzogenen Lippen. Caitlin hob die Hände und zog sein Gesicht dichter zu sich heran, während sie sich in seinem Kuss verlor. Viel zu früh war der Kuss vorbei und Caitlin verschränkt seine beiden Hände mit den ihren. „Dann weiß ich also, dass ich mit guten Argumenten und meinen Wünschen die meisten Diskussionen gewinne. Ich denke damit kann ich leben.“ schmunzelnd blickte sie zu ihm auf. Immernoch hatte sie einen kecken ausdrück im Gesicht. Ihr Blick traf seinen amüsierten und sie musste leise lachen, blickte aber nach unten und schmiegte sich erneut an seine Brust.

Die Überraschung, die sie kurzzeitig gespürt hatte verflog genauso schnell wie sie gekommen war. Sie wusste wie ihre Streiterein immer endeten, im Bett, aber sie wusste auch, wie sie sich nach den Meinungsverschiedenheiten immer fühlte. Sie wollte ihrem Verlobten dann immer nurnoch nah sein, so nah wie es nur ging. Sie wollte dann ganz mit ihm allein sein – nur er war ihr in solchen Momenten wichtig. Doch wie würde es werden wenn er nicht mehr da war? Wer würde sie so umarmen, so halten wie er es gerade tat? Und vorallem, wie konnte sie ohne ihn leben?
Sie hatten sich gesucht und gefunden, das alles konnte doch nicht jetzt, hier, zuende sein..wie sollte sie ohne ihn klarkommen? Wieso mussten nur alle in den Krieg. Natürlich, er wollte seine Männer nicht im Stich lassen, dass war eine wundervolle Eigenschaft von ihm. Einerseits fühlte sie stolz, ihn als baldigen Mann zu haben. Wenn er denn zu ihr zurückkam.. Doch andererseits war sie egoistisch, wollte nicht das er ging. Sie wollte ihn ganz für sich allein. Schließlich war er ihr Verlobter.
Ohne das sie es bemerkt hatte, liefen ihr die Tränen schon über die Wange. Talis Gewand sog sie auf, doch als sie ihren Kopf von seiner Brust nahm wischte sie sich über die Wangen. Sie waren leicht gerötet, von dem salzigen Nass. Sie hatte nicht vor ihm weinen wollen, sie wollte nicht das er sie traurig erlebte und so blickte sie erst nach wenigen Sekunden auf. „Verzeih...“ murmelte sie nur, bevor sie ihn die Stufen praktisch hinaufzog. Seine geraunten Worte nahm sie mit einem liebevollen Blick in seine Richtung war. Caitlin ging mit ihm den Flur entlang, seine Tür war schon in Sicht und so verlangsamte sie ihre Schritte, schmiegte sich im gehen leicht an ihn. Doch es war als währe er nicht hier, seine Augen waren nachdenklich, als würde er sie kaum bemerken. Mit Sicherheit war er mit den Gedanken bei der Schlacht...

Caitlin trat in sein Gemach und blieb mitten im Raum stehen. Ihr Blick wanderte über sein Bett, zu dem Kamin in der einen und zu seinem Schreibtisch in der anderen Ecke. Ihr viel seine Krone ins Auge, die seines Vaters, seine...wie auch immer. Noch hatte sie sich, wie wahrscheinlich auch Talis, noch nicht an den Gedanken gewöhnt, dass er jetzt der König war. Das hieß, dass sie eines Tages Königin war. Auch wenn ihr den Gedanke, ständig in schweren ungemütlichen Kleidern herum zu laufen nicht sehr zusprach, würde sie es wohl für Talis tun. Nun, sie konnte ja die ganz ungemütlichen außervesehen verschwinden lassen. Eine der Küchenhilfen würde es für gutes Geld verkaufen können, natürlich mit ihrer Einverständnis. Nicht das die Käufer dachten sie hätte das Kleid gestohlen.
Caitlin blinzelte, als Talis seinen Wams über die Krone warf und damit den Blick darau versperrte. Nein, er hatte sie noch ganz und garnicht an den Gedanken gewöhnt, wie sie etwas erleichtert feststellte. Sie wusste selbst nicht, warum sie denn erleichtert war. Es war einfach so, das Gefühl war einfach da.
Ihr Blick blieb an der Brust Talis hängen, als er sich zu ihr umwannte. Sie genoss den Ausblick, dass sie ihn einfach betrachten konnte, ohne zu erröten. Als er mit der Hand durch ihre Haare fuhr, hob sie ebenfalls die Hände und löste ihren Zopf, sodass die blonden Strähnen sich über ihre Schulter ergossen. Ihren Kopf lehnte sie in seine Hand, konnte jedoch nicht ihre Augen von seinen wenden. Als er sie wunderschön nannte, breitete sich ein liebevolles Lächeln auf ihren Lippen aus, die er sogleich mit seinen verschloss. „Es ist..wirklich erstaunlich, dass du mich liebst. Ich habe dich eigentlich gar nicht verdient..“ bei diesen Worten runzelte sie die Stirn und hob ihren Kopf an. Ihre Hände wanderten sanft über seinen Brustkorb, während sie sprach. „Das stimmt nicht. Du bist der wundervollste Mensch den ich je getroffen hab, wenn ich es auch nicht ganz gleich gemerkt habe.“ sie lächelte bei dem Gedanke an ihre „ersten Tage“.
„Ich liebe dich, Talis, so wie du bist. Wenn du nicht du wärst, würde ich dich auch nicht lieben. Aber es ist nunmal so.“ sie lachte leise und blieb stehen, als er anfing sie zu umrunden und sie seinen Körper schließlich hinter sich spürte. Seine Lippen auf ihrer Haut jagten Schauder durch ihren Körper. Seine Hände auf ihren Schultern machten es nicht besser. Caitlin wannte den Kopf und zog ihre Haare nach vorn, während sie lächelnd nickte. Sie atmete einmal tief ein und aus, als sich ihr Kleid löste. Es war befreiend und sie seuftzte erleichtert. Ohne Scham wannte sie sich zu ihm um und nahm seine Hand, während sie zu seinem Bett ging und dort unter die Decke legte. Sie roch nach ihm und insgeheim beschloss Caitlin, während seiner Abwensendheit hier in seinem Bett zu schlafen. Sie lächelte als er neben sie schlüpfte und sie sich anschließend an ihn schmiegte. Er war alles, was in diesem Moment wollte..

[in Talis Zimmer | denkt viel nach | zieht Talis zum Bett]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Sa März 09, 2013 7:22 am

Mit einem Lächeln bemerkte er, wie Caitlin ihre Haare öffnete. So gefiel es ihm wesentlich besser, denn er liebte es wenn sie ihre Haare offen trug. Zwar konnte sie wirklich beeindruckende Frisuren tragen, aber am liebsten hatte Talis es eben, wenn er mit seinen Fingern durch ihre Haare fahren konnte. Als die Schönheit ihre Hände an seinen Brustkorb legte, schmiegte er seine Brust fast gegen ihre Hände. „Nein..ich bin..kein guter Mensch..aber ich weiß auch, dass du mich zumindest zu einem besseren Menschen gemacht hast..“ ,erwiderte er sanft. Der frische König würde seine Königin garantiert nicht einfach damit durch kommen lassen. Er hatte sie nicht verdient, egal was sie auch denken mochte. Von seiner schrecklichsten Zeit wusste sie schließlich nicht einmal alles und das war gut so. Es war Vergangenheit und sie war seine Zukunft. Sie und sein Königreich. Ein leichtes lächeln huschte über seine Lippen, als sie ihm erlaubte das Kleid zu öffnen. Eigentlich hatte er nicht daran gezweifelt, dass sie es ihm erlauben würde. Hätte sie es jedoch nicht gewollt, dann hatte sie so die Möglichkeit gehabt es abzulehnen. Sanft begann er Stück für Stück das Kleid zu öffnen und beobachtete dabei, wie der Stoff sich recht schnell nicht mehr an ihren Körper schmiegte. Mit seinen rauen Händen strich er ihr dann das Kleid vom Körper, genauso wie das darunter sitzende Mieder. Wie gebannt hatten seine Augen auf ihr gelegen, während er sie Stück für Stück auszog und sie schließlich vollkommen nackt vor ihm stand. Noch immer ruhte ein verliebtes und leichtes Lächeln auf seinen Lippen, als sie dann nach seiner Hand griff und ihn zum Bett zog. Ein leises lachen kam über seine Lippen, als er hinter ihr her stolperte. Mit einem verliebten Blick beobachtete er, wie sie sich unter die Decke kuschelte und zu ihm sah. Schnell hatte er sein Leinenhemd über den Kopf gezogen und es achtlos fallen lassen. Stiefel und Gürtel waren genauso schnell ausgezogen, nicht anders als die Hose. Nachdem er seine restliche Kleidung einfach etwas vom Bett weg geschoben hatte legte er sich zu Caitlin unter die Decke. Dicht schmiegte er sich an sie heran und verschloss ihre Lippen schnell mit den seinen.Keinen weiteren Gedanken verschwendete er in diesem Moment an den Tod seines Vaters oder an den Krieg. Gerade ließ er sich einfach von dem Gefühl übermannen, dass er schon die ganze Zeit für Caitlin empfunden hatte. Er liebte und begehrte sie und genau dass, verlieh ihm einfach gerade einen unglaublich klaren Kopf. Gedanken in denen es nur noch sie gab. Mit voller Hingabe widmete er sich liebevoll seiner Verlobten, bis in die tiefe Nacht hinein...

...Nachdem Caitlin erschöpft in seinen Armen eingeschlafen war, beobachtete er die blonde Frau einfach. Wie erwartet war es nicht bei einem einzigen Moment der Zweisamkeit geblieben, dementsprechend war sie doch sehr schnell eingeschlafen. Ganz im Gegensatz zu ihm. Talis lag noch wach da, war zwar erschöpft aber nicht so erschöpft das er alle seine Gedanken vertreiben konnte. So wie in jeder letzten Nacht bevor er in den Krieg zog, blieb er einfach wach liegen. Strich sie sanft und zärtlich im Schlaf, damit sie auch weiter hin tief und fest schlief. Erst als er den Sonnenaufgang erahnen konnte, löste er sich sanft und sehr vorsichtig von seiner Geliebten. Talis wollte sie nicht wecken, denn sie sollte noch solange Schlafen wie sie es brauchte. Schließlich würde das Heer erst heute Mittag offiziell aus der Stadt und in den Krieg ziehen. Trotzdem brauchte Talis meistens seine ruhe zum Anziehen und zog es vor, dann bereits von Anbeginn des Tages, sich an die Rüstung gewöhnen zu können. Zuerst wusch er sich mit eiskaltem Wasser, denn die Wasserschüssel war natürlich noch nicht ausgetauscht worden – doch das störte ihn nicht. Kurz hatte er sogar sein gesamtes Gesicht in die Schüssel getaucht, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Lautlos ging er durch das Zimmer und wischte sich die letzten paar Wassertropfen mit einem sauberen Tuch vom Gesicht. Dann zog er zu erst eine dünne Stoffhose an, darüber eine etwas weitere, aber feste dunkelbraune Lederhose. Auch die Stiefel folgten und dabei achtete er die ganze Zeit darauf, lautlos zu sein. Genauso mucksmäuschen Still öffnete er die Truhe am Fußende des Bettes.
Zuerst hatte er ein einfaches Leinenhemd angezogen. Darüber folgte ein etwas dünnerer aber fester Gambeson aus dunklem Stoff. Mit einem Gürtel hielt er dieses Kleidungsstück eng an seinem Körper. Dann zögerte er jedoch. Jetzt würde er gleich sein Kettenhemd anziehen und das klirrte natürlich immer sehr leise. Schließlich waren das Metallringe, die aneinander geknüpft waren. Er wollte Caitlin noch nicht aufwecken und daher wartete er doch noch damit, sich weiter anzuziehen. Lediglich den Halsschutz aus dunkelgrünem Stoff zog er schon über den Kopf und befestigte ihn an dem Kragen des Gambesons. Mit einer ruhigen Bewegung verstaute er einen kleinen Dolch in seinem rechten Stiefel und schob das rote Wams von der Krone beiseite. Diese würde er später am Morgen bereits tragen müssen. Es war etwas offizielles und daher erwartete man genau das von ihm. Lautlos ließ er sich in den Stuhl vor dem Schreibtisch sinken und stützte den Ellenbogen auf der Armlehne ab. Den Kopf bettete er auf der rechten Hand, während sein Zeigefinger nachdenklich durch seinen Bart fuhr. Dabei hatte er die ganze Zeit die Krone seines Vaters im Blick. Die Krone die jeder hier auf seinem Kopf erwarten würde, sobald er das Zimmer verlassen sollte. Ohne es wirklich zu bemerken, schien er in diesen Gedanken zu versinken und bemerkte gar nicht mehr so sehr, was um ihn herum geschah. Das der Morgen immer mehr voran schritt und man deutlich sehen konnte, dass draußen die Sonne immer mehr über den Rand der Welt hoch kletterte. Er saß einfach nur da und starrte dieses Statussymbol an, als würde es irgendwann vor seinem Blick zurück weichen. Dabei wartete der König darauf, dass Caitlin irgendwann am Morgen aufwachen würde und er sich, mit ihrer Hilfe, weiter anziehen konnte. Denn alleine konnte man ein Kettenhemd nicht vernünftig schließen, selbst wenn er auf die typische Kettenhaube verzichten würde.

[legt sich zu Caitlin ins Bett | steht am Morgen lautlos auf | beginnt sich anzuziehen | starrt die Krone nieder | wartet darauf, dass Caitlin aufwacht]

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Reiter preschen durch die Menge, Bogenschützen lichten Reihen, Lanzenträger Katapulte, Mauern brechen, stürzen ein. Auf der Höhe die Strategen, Boten hetzen durch die Schlacht, Der Spion in Feindeshand - Ein Hinterhalt in finst'rer Nacht..Das Kriegsglück liegt bald hier, bald dort, Gegner tasten, suchen Lücken, Brechen durch - ein Gegenschlag. Man sieht Männer Waffen zücken. Einer dann den Ausfall wagt, Recken prallen aufeinander. Panzer scheppern, Schilde brechen, Klingen suchen, finden, stechen...
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Mi März 13, 2013 3:11 am


Das Kribbeln, dass sie schon die ganze Zeit verspürte, verstärkte sich, als sie in Talis Armen lag. Es war als gingen stormstöße von den Stellen aus, an denen er ihre Haut berührte, liebkoste. Doch sie genoss das Gefühl, streckte sich ihm entgegen und verlangte mehr von der Liebe, die sie fühlte. Sie selbst ließ ihre Hände über seine Haut wandern. Über seine Narben, die seinen Körper zierten. Vorsichtig strich sie über eine Narbe, die sehr nah an seinem Herzen war. So nah...so nah war er dem Tod entronnen und doch schien er jetzt seine eisigen Finger nach ihrem Geliebten auszustrecken. Schnell verscheuchte sie den Gedanken; der Tod war nicht nur schrecklich, er konnte auch schon sein. Keine Schmerzen und keine schrecklichen Gedanken konnten bis in das Reich dieses Mannes, dieses Wesens führend.
Ihre Finger wanderten weiter über die Kriegsabzeichen auf Talis Brust und verharrten nur ab und an. Doch irgendwann sah sie nicht mehr die Narben, sondern die Starke Brust mit den straffen Muskeln die sich unter seinen Haut deutlich abzeichneten. Mit einem glücklichen Seuftzer sank sie erneut in seine Arme, in seine Wärme die sie in sich aufsog und die sich nicht mehr losließ. Dieser Moment gehörte nur ihnen allein. Ihre Finger verschränkten sich in seinem Nacken und spielten mit seinen Haaren wärend sie vor sich hin döste. Sie wollte nicht schlafen. Sie wollte nur bei ihm sein und dieses Gefühl der Geborgenheit und der Liebe für immer wie einen Umhang um sich legen. Der Morgen sollte dort bleiben wo er jetzt war, weit entfernt, und sie allein lassen. Doch irgendwann glitt sie doch hinüber in die Traumwelt. Den einen Arm jetzt um seine Taille geschlungen und den anderen auf seiner Brust, geschmiegt in seine Arme, empfing sie schließlich das Dunkle nichts.

'Lächelnd streckte Caitlin sich unter ihrer Decke hervor. Die Wärme und die Taubheit des Schlafs hing noch an ihr und gähnend drehte sie sich auf die andere Seite, ließ sich erneut in die Dicken Decken und Kissen fallen, in denen sie geschlafen hatte. Die Sonne blitzte durch das Fenster und die junge Frau musste die Augen zusammen kneifen, um nicht geblendet zu werden. Grummelnd sah sie schließlich ein, dass sie nicht noch einmal einschlafen würde und schob seuftzend die dicke Masse von sich. Als ihre Füße den weichen Teppich neben ihrem Bett berührte blieb sie noch einen Moment sitzen. Es war bereits eine Schale mit Wasser hereingebracht worden, in den Sonnen strahlen sah sie das es leicht dampfte. Allen Anschein nach war es wohl warm und dieser Ausblick ließ sie aufstehen und darauf zugehen. Als der Teppich zuende war, trafen ihre Füße auf kalten Stein und ihre Zehen krümmten sich bei dieser unerwartenden berührung. Mehr hüpfend aus gehend schaffte sie es schließlich zu der Schale – und blieb entsetzt stehen. Das war kein Wasser das darin dampfte. Entsetzten lähmte ihre Glieder und sie starrte in das rote Blut. Erst als der Geruch ihre Nase erreichte schlug sie sich die Hand vor den Mund und eilte zum Fenster, riss es auf und übergab sich. Kurz ließ sie ihre Stirn auf dem kalten Stein der Fensterbank liegen, bevor sie aus ihrem Gemach rannte. Die Flure erstreckten sich zu beiden Seiten der Tür ihres Gemachs und sie war sich erst nicht sicher, wohin sie denn laufen sollte. Immernoch trug sie nur ihr Schlafgewannt und sie fröstelte leicht. Der Gedanke schoss durch ihren Kopf, dass sich ihren Umhang hohlen wollte, doch diesen vertrieb sie schnell wieder. Solange die Schale nicht weg war, würde sie keinen Schritt mehr in das Zimmer tun.
Die Flure waren lang und Menschenleer. Caitlin fühlte sich allein und schlang ihre Arme um ihren Oberkörper, wärend sie nach rechts eilte. Sie kam zu einer Biegung, die ebenfalls zu einem Flur führten. Eine Tür war in der Seite und zögernd gind die zitternde darauf zu. Sie streckte die Hand aus und stieß die hölzernde Tür einen Spalt breit auf, nur um festzustellen das sie zu ihrem Zimmer führte. Verwirrung machte sich in der jungen Frau breit. Schnell rannte sie weiter, kam ebenfalls zu einer Biegung wieder mit einer Tür – zu ihrem Zimmer! Fassungslos rannte sie weiter. Immer wieder fand dieses Spiel ab, bevor Caitlin keuchend stehen blieb. Sie stieß einen frustrierten Laut aus und ließ sich an der Wand hinuntergleiten. Ihre Gesicht in den Händen vergraben weinte sie lautlos. Wo war sie hier? Diese ganze Situation war so aussichtslos...
Als sie einen Moment innehielt, hört sie ein lätschern. Ein tropfen als wenn Wasser auf Wasser träfe. Kurz entschloss stand Caitlin auf, wischte sich über die Augen und folgte dem Geräusch. Immer mit einer Hand an der Wand neben sich. Das Geräusch wurde lauter, stetig führte es sie durch die endlosen Flure. Irgendwann waren keine Türen mehr da. Nurnoch Flure und dieses Geräusch.
Als Caitlin schließlich erneut um eine Ecke bog, viel ihr Blick auf eine Tür. Sie stand offen und ein rotes Kreuz war auf ihre innenseite gemalt. Eindeutig kam das Geräusch aus dem inneren des Zimmers. Die junge Frau schluckte ihre Furcht herunter und ging langsam näher. Das tropfen war immernoch da, erfüllte die Stille. Dann stand sie in der Tür und der Anblick, der sich ihr erbot ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. An den Wänden des Raumes waren überall rote Kreuze und das Wort „Tot“ gemalt. Doch das war es nicht, was sie so sehr entsetzte. Mitten im Raum hing Talis von einem Seil das an der Decke befesstigt war. Ein großer Schnitt klaffte in seiner Kehle und eine Blutlache hatte sich unte ihm gesammelt. Stetig tropften mehr Blut auf den Boden. Da öffnete der Kronprinz die Augen und bewegte die Lippen. „Caitlin..“ der Schrei, der schon die ganze Zeit in ihrer Kehle steckte, brach aus ihr heraus.'


Keuchend fuhr Caitlin aus dem Schlaf. Ihr Blick flog umher und Erleichterung machte sich in ihr breit, als sie Talis in dem Stuhl an seinem Schreibtisch sitzen saß. 'Nur ein Traum.' Seuftzend ließ sie sich wieder zurücksinken und schloss kurz die Augen. Doch lange hielt sie nichts in dieser Position. Sie schnappte sich sein Leinenhemd, dass er gestern Abend einfach so auf den Boden geworfen hatte und zog es sich über. Natürlich war es ihr viel zu groß, doch das störte sie nicht. Es roch nach ihm, das allein zählte. Sie trat zu ihm und ließ sich einfach auf seinen Schoß nieder. Sie wollte noch nicht daran denken, dass er heute Mittag abreisen würde. Mit einem lächeln, es wirkte liebevoll, war aber gleichzeitig der Schutz gegen die Trauer, küsste sie ihren Verlobten auf die Wange. Sie brauchte keine Worte um zusammen zu fassen, was sie fühlte. Er wusste es. Sie glaubte nicht das er jetzt eine heulende, verzweifelnte Verlobte brauchte. Eher brauchte er jemanden der, oder die, ihm beim anziehen half. Ihr Kopf lehnte an seiner Schulter während sie zu ihm aufblickte.

[schläft ein | träumt schlecht | wacht auf | Talis]
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Mi März 13, 2013 11:32 pm

Hätte Talis mit bekommen, dass Caitlin aus seinem schrecklichen Traum erwachte, wäre er an ihre Seite gegangen und hätte sie versucht zu trösten. Doch er bemerkte nicht, wie seine Verlobte aus dem Schlaf hoch schreckte und sich zu erst ein wenig panisch umsah. Sein geradezu vernichtender Blick galt der Krone, als würde sie irgendwann vor ihm zurück weichen und auf den Kopf zurück verschwinden, auf den sie seiner Meinung nach gehörte. Daher sah er kurz ein wenig verwirrt zu Caitlin, als sie sich auf einmal auf seinen Schoß setzte. Kurz fragte er sich, wann sie aufgewacht war und warum er es nicht bemerkt hatte, doch die Gedanken verschwanden. Sie verflüchtigten sich in dem Moment als er ihren Kuss auf seiner Wange spürte und ihr Lächeln sah. Es war ein liebevolles Lächeln und doch konnte Talis trotzdem genau sehen was sie eigentlich fühlte. Als würde eine innere Stimme es ihm sagen, denn eigentlich war ihre Maskerade so perfekt wie immer. Er beobachtete sie einfach einen Moment schweigend, wie sie ihren Kopf an seine Schulter lehnte und weiter zu ihm aufsah. Dabei konnte er kaum in Worte fassen, wie dankbar er ihr doch war. Würde jetzt eine zweifelnde und weinende Verlobte auf seinem Schoß sitzen, würde er heute nicht abreisen. Das wusste er und Caitlin wusste es ebenso. Sie bedeutete ihm mehr als alles andere auf der Welt und es fiel ihm jedes Mal schwer, sie zurück zu lassen. Nicht wissend ob er je zurück kehren würde. Ein sanftes und liebevolles Lächeln stahl sich auf seine Lippen und täuschte auch über seine Gedanken hinweg. Er wollte nicht gehen und alleine sein sehr langsam schlagendes Herz konnte seine Gedanken verraten. Erst jetzt bemerkte er, dass sie in sein Hemd geschlüpft war, dass ich bis knapp unter den Po reichte. Sanft ließ er seine raue Hand über ihren freien Oberschenkel wandern, bis seine Finger das Ende seines Hemds spürten. Am liebsten wäre er jetzt einfach wieder mit ihr ins Bett gesunken und hätte sie verführt. Nur um danach vielleicht doch erschöpft in ihren Armen einzuschlafen. Doch das war ihm nicht möglich, wahrscheinlich würden sie bereits gestört werden, wenn sie noch eng umschlungen im Bett liegen würden.

Plötzlich ging die Tür hinter ihnen auf und lautlos betrat ein Page das Zimmer. Sofort hatte Talis den Kopf zu dem heranwachsenden Jungen umgedreht, während sein Blick sich deutlich verdüsterte. „Hat man dir nicht beigebracht zu klopfen, bevor du das Zimmer eines anderen betrittst?“ ,er klang mürrisch und irgendwie bedrohlich. Doch so klang er immer, wenn jemand Caitlin mit so wenig Stoff am Leib sehen konnte. Zumindest wenn es ein anderer Mann war, als er selbst. Erschrocken war der dunkelhaarige Page zusammen gezuckt und verschwand so schnell aus dem Zimmer, wie er es betreten hatte. Erst als sich die Tür wieder schloss, entspannte sich die Körperhaltung von Talis und er sah Caitlin wieder sanft an. Zärtlich tänzelten seine Finger weiter über ihre Haut am Bein bevor er dann seinen Kopf sanft an den ihren lehnte und die Augen dabei schloss. Alles in ihm schrie förmlich danach, nicht fort zu gehen und dennoch wusste er, dass ihm keine Wahl blieb. Spätestens einer seiner Vertrauten würde ihn daran erinnern und ihn auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Insgeheim wusste Talis auch genau welcher seiner ungewöhnlichen Berater dies tun würde. „ Mein Leinenhemd kleidet dich wirklich sehr gut...“ ,gestand er ihr dann sehr leise und schmiegte sie ein wenig mehr an sich heran. Dennoch spürte er zu wenig von ihrem Körper auf dem seinen. Schließlich war der Gambeson aus einem festen Stoff und diente als Schutz davor, dass man sich bei dem schweren Kettenhemd selbst verletzte. Was jedoch zur folge hatte, das man nicht viel durch diesen Stoff spürte. Eigentlich wollte er ihr so viel sagen und doch wusste er nicht, wie er damit beginnen sollte – wie er damit beginnen konnte. Langsam löste er seinen Kopf von ihrem und betrachtete die junge Frau auf seinem Schoß. Einen Augenblick rang er stumm mit Worten, bevor er leise seufzte. „Caitlin...es tut mir..leid.“ ,sagte er dann sehr leise und schmiegte seinen Kopf wieder an den ihren, „ Ich habe schon eine ganze Zeit darüber nachgedacht, warum wir in unserem Leichtsinn nicht schon längst Eltern geworden sind und..daran gebe ich ganz bestimmt nicht dir die Schuld. Wenn ich zurück komme, will ich dich heiraten und dann könnten wir uns ein Kind aus..einem Waisenhaus aussuchen. Ich bin mir sicher, dass wir dort eines finden werden, dass dir den Kopf verdreht.“ murmelte er sehr leise und schenkte ihr ein sanftes, wenn auch ein wenig geknicktes Lächeln. Es war das erste Mal, dass er diese Worte ausgesprochen hatte und dennoch meinte er sie sehr ernst. Er glaubte nicht daran, dass sie daran die Schuld trug. Viel mehr schrieb er sich selbst die Schuld zu und nicht seiner Geliebten. Dennoch war es immer noch sehr schwer, diese Gedanken wirklich laut auszusprechen. So wie er es gerade getan hatte. Egal wie er sich auch ausdrückte, es kratzte doch etwas an dem männlichen Stolz, der an in dem jungen König inne wohnte.

Doch viel weiter kam er nicht. Dieses Mal klopfte es an der Tür und eine zarte Frauenstimme war durch die schwere Tür zu hören. „ Ich habe hier die Kleider für die Königin, Majestät.“. Die Zofe hatte sehr leise geklopft, offenbar hatte sie Caitlin nicht wecken wollen, wenn diese noch geschlafen hätte. Lautlos seufzte er etwas und sah Caitlin mit einem Schmunzeln an. Offenbar hatten sie heute keine ruhige Minute, in der sie miteinander reden konnten. „ Komm ruhig rein..“ ,rief Talis der Zofe durch die Tür zu und drehte sich dennoch nicht zu der jungen Frau um. Sanft hob er den Kopf von Caitlin an und küsste sanft ihre Lippen. Es war nur ein kurzer Kuss und dennoch hatte er ihr den geben wollen. „ Du solltest dich besser anziehen, nicht dass du dich nicht verkühlst in dem dünnen Hemd.“ ,dabei hatte er wieder einen sanften und liebevollen Blick für seine Verlobte übrig. Selbst wenn er die Dienerschaft offenbar schon angewiesen hatte, sie als Königin anzusprechen. Aus seiner Sicht war sie das nämlich. Wenn sie ihn als König ansprachen und ansahen, so mussten sie auch seiner Verlobten den gleichen Respekt und die passende Anrede entgegen bringen.

[denkt nach | scheucht einen Pagen raus | gesteht caitlin seine Gedanken | lässt die Zofe rein ]

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr Sep 20, 2013 8:44 pm

Sachte hatte er sie von seinem Schoß gehoben und stellte sie auf die Füße. Jedoch erst hinter der Umkleidewand. Dort küsste er seine Syrah noch einmal innig, bevor er sich schweren Herzens – und nach einem klopfen – von ihr lösen musste. “Wir...können später noch darüber sprechen. Ich muss, so fürchte ich, erst einmal in die Stallungen. Zieh dich in Ruhe an. Ich bin mir sicher, dass Estelle gerne mit dir Frühstücken möchte. Ich werde dafür wahrscheinlich keine Zeit haben..“, sagte er sanft und küsste sie noch einmal sehr kurz, “Und bitte...mach dir keine Sorgen um mich.“. Es fiel Talis schwer sich von Syrah zu lösen und dennoch drehte er sich um und trat vor ihre Umkleidewand. So konnte jetzt ihre Zofe ihr beim Anziehen des Kleides helfen. Während Talis die Tür öffnete und den dunkelhaarigen Pagen von vorhin einen Augenblick ansah. Leicht nickte er ihm zu und ließ sich von dem Heranwachsenden schließlich in sein Kettenhemd helfen. Es klirrte und obwohl es für manche wie Musik klang, konnte Talis dem gar nichts abgewinnen. Natürlich hatte der neue König seine Handschuhe vorher angezogen und wartete jetzt geduldig darauf, dass der Page den Verschluss des Kettenhemds schloss. Nach dem er den grünen Stoffkragen zurecht gezupft hatte. Denn dieser sollte immerhin den Hals des Königs schützen. Danach ließ sich Talis in den Brustpanzer helfen und während der Junge die Schnallen schloss, legte Talis seinen Gürtel an. Danach folgten die kleinen Schulterplatten , die der Page mühsam befestigte. Dabei wanderte der Blick von Talis bereits zu der Krone. Jenem Stück, dass ihm bereits gestern und auch schon heute einige Kopfschmerzen bereitet hatte. Was machte er, wenn sie ihm nicht passte? Was tat er, wenn er ihr nicht gewachsen war, trotz seiner langen Ausbildung und Vorbereitung darauf? Hart schluckte er, als der Page eben jenes Statussymbol zu ihm trug. Ehrfürchtig und respektvoll war der Gang des Jüngeren dabei und Talis sah ihm schweigend dabei zu. „Majestät?“, fragte er der Jüngere leise und unsicher, als der junge König nicht reagierte. Vor dem Moment hatte Talis immer gebangt. Auch wenn er eigentlich früher der festen Überzeugung gewesen war, dass er bereit dafür war. Doch war man das je? Konnte man je für solch eine Bürde bereit sein? Wahrscheinlich nicht. Noch schwerer wiegte die Tatsache, dass diese Krone noch, bis vor kurzem, auf dem Kopf seines Vaters gelegen hatte. Jenem, der auf dem Schlachtfeld verstarb. Ob dies auch sein Schicksal sein würde? Er würde es in den nächsten Wochen herausfinden. Für einen Moment fühlte es sich so an, als würde sein Brustkorb zugeschnürt werden. Dennoch streckte er die Finger nach dem Statussymbol aus und war froh, dass sie nicht zitterten. Tief atmete er ein und setzte sich dann diese Krone auf den Kopf. Dabei hatte er die Augen geschlossen und spürte bereits jetzt die schwere Last, die mit diesem Kopfschmuck zusammenhing.

Langsam öffnete er die Augen wieder und betrachtete die Tür. Als wäre sie sein schlimmster Feind und gleichzeitig seine größte Angst. “Liebste? Ich ...gehe jetzt. Wir sehen uns später...“, mehr als ein hauchen war seine Stimme nicht. Mehr konnte er nicht von sich geben, denn diesen schrecklichen Gang musste er nun alleine tun. Dabei konnte ihm niemand helfen. Noch einmal atmete er tief durch die Tür. Sorgsam schloss er sie wieder hinter sich und ging dann, wie üblich, recht eilig die Treppe hinunter. Eine Hand locker an den Griff seines Schwertes gelegt. Als er den großen Saal betrat, in dem gerade schon die ersten Mägde und Mundschenke umher wuselten, betrat, erstarb sofort sämtliche Bewegung. Bereits jetzt verbeugten sie sich tief vor ihm und das, obwohl er noch nicht einmal offiziell gekrönt worden war. Es war ein seltsames Gefühl und daher durchquerte Talis diesen Raum mit großen Schritten und versuchte dabei nicht abgehetzt zu wirken. Wie froh er doch war, als er endlich draußen stand! Doch viel Zeit hatte er nicht. Sein Lehrmeister trat an ihn heran, doch bevor er sich verbeugen konnte, unterband Talis es mit einer einzigen Handbewegung. “Bitte..lass das alter Freund. Viel lieber möchte ich jetzt die Stallungen sehen und die Männer, die sich hoffentlich bereit machen.“, sagte er ruhig und ging an der Seite des Älteren erst einmal durch die Quartiere der Männer. Auch dort verbeugte sich jeder, der ihn auch nur ansah. Ein seltsames und nicht unbedingt angenehmes Gefühl. Dennoch ließ er es sich so wenig wie möglich anmerken. Einigen sprach er Mut zu, wenn er Angst in ihren Augen entdeckte, aber ansonsten ging es ihm eher darum, dass sie keine Verletzten mitnahmen. Nicht nur, dass sie den Ritt zum Schlachtfeld behindern würden, aber er wollte keine Verwundeten in den Kampf schicken. Solange es seine Männer waren. Er selbst? Er hatte schon immer an ihrer Spitze gekämpft, gleich wie verletzt er auch gewesen war. Bei ihm war es jedoch etwas anderes. Talis war schon immer ihr Anführer gewesen! Da konnte er sich nicht schonen, nur weil er vielleicht Angst vor dem Tod hatte. Jenen hatte er auch nicht. Er hatte ihn nie gehabt.

Danach begutachtete er, wie die Rationen und auch die medizinischen Sachen verstaut wurden. Doch auch hier hatte er nichts auszusetzen. Jetzt ging es in die Stallungen! Der einzige Ort, auf den er sich heute irgendwie gefreut hatte. Mal abgesehen von den Armen seiner Liebsten. Doch auch diese würde er bald zurück lassen. Sanft strich er über den Hals seines Rappen und schien für einen Moment einfach nur alles um sich herum zu vergessen wollen. Das gelang ihm immer sehr gut, wenn er bei seinen Pferden war – oder bei Syrah. Beide wussten, wie sie ihn ablenken konnten. Hätte er Syrah von seinem Plan erzählen sollen? Dass ihm wahrscheinlich der Tod schon drohte, wenn er einfach nur mit dem anderen König verhandeln wollte? Nein, es war besser so. Es reichte, dass er es Estelle erzählt hatte und diese wahr schon beinahe zusammengebrochen, bei der Aussicht, dass er nie wieder vom Schlachtfeld zurück kehren würde. Vor allem, weil beide Frauen von seiner Art wussten. Gleich wie schwer verletzt er war, er würde sein Heer anführen. Würde an deren Spitze reiten und sich mit in den Kampf stürzen! Egal, was das für ihn bedeuten würde! Matt und traurig lächelte er und begann sein Pferd zu striegeln. Ohne wirklich zu bemerken, was er da tat, begann er leise zu singen. Etwas, dass er immer tat, wenn er sich alleine glaubte oder gerade viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt war, um andere zu bemerken.
„ Angst und Dunkel um mich her,
weh' – mir wird das Herz so schwer,
dass ich Heim und Weib verlassen musst'
das vergess' ich nimmermehr!
Dass des Krieges Faust, das Land verheert,
das vergess' ich nimmermehr!

Feuerschein in finst'rer Nacht,
warten auf den Tag des Schlacht.
Trübe Augen unterm Sternenzelt,
blicken wie erfroren und leer,
tragen der Kunde von der Macht
der Welt – Last der Menschen
schwarz und schwer!

Weit, so weit, wo die Sonne den Morgen grüßt.
Weit, so weit, wo die Sehnsucht wohnt.
Wo dein Mund mir lacht, bin ich jede Nacht,
wenn die Seelen wandern gehen.

Schwer wie Blei, so kalt und grau
senkt der Schlaf sich auf mein Haupt,
führt im Traum mich fort an jenen Ort,
wo in Frieden ich verweil'
wo die Sonne und der Erde Kraft
alles Leben lässt gedeihn.

Ich erwach' im Morgengrauen,
der Tag der Schlacht lässt mich erschauern.
Bald schön tönt des Feindes Kriegsgeschrei,
mordend werden wir vergehen.
Wenn dem Tod ich in die Augen schau',
werd' ich dort mich selbst einst sehen.

Weit, so weit, wo die Sonne den Morgen grüßt.
Weit, so weit, wo die Sehnsucht wohnt.
Wo dein Mund mir lacht, bin ich jede Nacht,
wenn die Seelen wandern gehen.

Ob jemand rein kommen konnte? Natürlich, doch daran dachte Talis gerade nicht. Jeder wusste, dass er eigentlich nicht gestört werden wollte, wenn er sich selbst um sein Pferd kümmerte. Lediglich seine Berater und seine Liebste durften ihn dabei stören. Daher machte er sich darüber einfach keine Gedanken. Sorgfältig las er das Stroh und den Dreck aus dem schwarzen Schweif und der langen schwarzen Mähne seines Hengstes. Natürlich nachdem er ihn sorgfältig geputzt hatte. Sich den Hufen intensiv gewidmet hatte, damit diese ordentlich aussahen. Wie immer schien sein Pferd jetzt tiefschwarz zu sein und natürlich war es prachtvoll und kräftig. Ansonsten wäre es kein Streitross. Während er weiter das Lied sang, begann er sein Tier aufzuzäumen und setzte auch den Sattel auf den Rücken des Tieres. Geduldig und ruhig blieb es die ganze Zeit stehen und schnaubte gelegentlich mal. Auch wenn man klar sehen konnte, dass das Tier es genoss von seinem Herren gepflegt zu werden. Immerhin schien das Tier sehr entspannt zu sein. Ganz anderes als es bei Talis der Fall war, aber das ließ er sich so wenig wie möglich anmerken.

[stellt Syrah hinter der Anziehwand ab | lässt sich in die Rüstung helfen | betritt die Stallungen]

Lyrics by Schandmaul - Klagelied

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Di Dez 10, 2013 5:07 am

Leicht schimmerte die silberne Rüstung, als die junge Frau sich dem Spiegel zu wand und mit einem prüfenden Blick kontrollierte ob alles vernünftig saß. Aber wie immer hatte sie keinerlei Probleme. So widmete sich die Braunhaarige ihrem Schwert, was sie sich an den Gürtel band, legte jenen um und griff genau so nach dem Dolch um ihn ebenso zu befestigen. Anschließend band sie sich die Haare zu einem einfachen Zopf zusammen, nahm den Helm in die Hand und verlies das schlichte Zimmer. Nahezu lautlos bewegte sie sich trotz dem Material was sie trug durch den Flur nach draußen. Die Männer waren schon dabei sich bereit zu machen. Männer die sie flüchtig betrachteten. Zwar hatte sich die Amazone durchgesetzt und bewiesen das sie genau so gut eine Kämpferin war wie jeder einzelne, aber hin und wieder lag doch der Argwohn in deren Augen. Blicke, die aber an der 23jährigen abprallten. Zielstrebig ging sie deswegen zu ihrer Fuchsstute hinüber und begann das Pferd zu säubern. Leise summte sie dabei eine friedliche Melodie vor sich hin. So dauerte es auch nicht lange, bis Rain gesattelt war und bereit in die Schlacht zu ziehen. Gerade als Sera den Hals der Füchsin klopfte, ging ein flüchtiges Raunen durch die Menge. Talis ging an ihnen vorbei, sprach jenen Angst zu in deren Augen es zu erblicken war und suchte seinen Rappen auf. Egal wie er auf andere wirkte, so konnte sie doch erkennen das ihn was beschäftigte. Zu sehr hatte sich die Ritterin schon mit ihm auseinander gesetzt.

"Ich bin gleich wieder da, meine Hübsche."

Damit streckte die junge Frau der Stute den Zucker entgegen und machte sich auf den Weg zum König. Ein leise gesungenes Lied strich dabei an ihre Ohren heran. Ein Lied das Worte der Furcht beinhalteten. Lautlos trat sie näher, ehe sie die gerüstete Gestalt vom 26jährigen erblicken konnte. Er schien völlig in die Arbeit mit seinem Rappen vertieft zu sein. Aber letztendlich erhob sie doch ihre Stimme voller Ruhe, während sie am Holz lehnte.

"Seid mir gegrüßt mein Herr. Die Ritter sind bereit und warten auf euren Befehl zum Vormarsch, jedoch scheint mir das euch einiges zu beschäftigen scheint. Ihr braucht einen klaren Kopf, also sagt mir ruhig was euch beschäftigt. Ihr wisst, ihr könnt mir vertrauen mein Herr und ich würde nicht wollen das ihr in trüben Gedanken aufbrecht als würde die Welt jetzt schon untergehen."

Gab sie letzendlich von sich, um ihn dann mit ihren rehbraunen Augen zu mustern.

[ macht sich bereit für Aufbruch | sieht Talis & folgt ihm | in Stallung & spricht ]
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Talis

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Di Dez 10, 2013 6:38 am

Gedankenverloren sang er weiter und kümmerte sich um seinen Rappen. Ohne wirklich zu bemerken, dass er es überhaupt tat. Talis konnte es nicht steuern, dass das Lied über seine Lippen kam. Glaubte er sich doch allein – abgesehen von seinem Gefährten, der ihn, wahrscheinlich, in den Tod begleiten würde. Er wollte nicht fort. Konnte die Bürde der Krone nicht tragen. Denn bereits schien diese Pflicht ihn zu erdrücken. Dabei hatte er nichts anderes getan, als sonst als Heerführer. Lediglich die Krone auf seinem Haupt war anders. Jetzt spürte er die Last, mit der sein Vater all die Zeit hatte Leben müssen. Mit der er leben musste, solange bis er jene Bürde an seine Frau oder seine Kinder weiter gab. Solange, bis er auf dem Schlachtfeld sterben würde – was sehr bald der Fall sein konnte. Nicht einmal bemerkte er, wie sich Seraphina zu ihm begab. Eigentlich schlich sie nicht mal und nur der Rappe von Talis begann auf einmal etwas angespannt zu werden. Etwas, dass Talis gerade nicht bemerkte. Für gewöhnlich entging ihm nichts, wenn seine Pferde in der Nähe waren. Doch jetzt? Jetzt war alles anders. Es hatte sich alles verändert. Daher sog er etwas die Luft ein und wirbelte etwas herum. Nein, das hatte der frischgebackene König nicht erwartet. Auch wenn er, tief im innersten, wahrscheinlich dankbar dafür war. Für diese Störung, bevor er sich zu sehr im Strudel des Selbstzweifel verlor.

Seraphina...

Jene Worte brachte er dann heraus, nachdem er, fast sofort, ihr wallendes Haar erkannte. Jene Augen erblickt hatte, die er vor etwas mehr als 6 Jahren geliebt hatte. Jedoch war es nicht jene Tatsache, die ihr den Platz als seiner Vertrauten und als Heerführer gesichert hatte. Nein, lediglich ihr Können hatte den jungen Prinz damals überzeugt. Hatte ihn dazu gebracht, sich einfach über die Worte seines Vaters zu setzen und sie zu einem Knappen gemacht. Drei Tage im Kerker, nach zwanzig Peitschen hieben auf den Rücken hatte es ihn gekostet. Noch heute konnte Syrah jene Narben an seinem Rücken und auch Seraphina hatte die Narben wahrscheinlich gefühlt. Als sie für einen Abend schwach geworden waren und vor der Schlacht sein Zelt – und sein Lager! - geteilt hatten. Würde Syrah dies jemals erfahren. Wahrscheinlich wäre Talis einen Kopf kürzer und sie würde sich entziehen. Die einzige Frau die er für so lange Zeit lieben konnte. Natürlich hatte er Sera für jene Nacht geliebt. Aber auch nur in dieser Nacht. Ansonsten war sie ein Kampfgefährte und ein Heerführer.
Wie immer traf sie den Nagel direkt auf den Kopf. Es hatte doch eine Vor- und Nachteile eine Frau als Vertraute zu haben. Vor allem konnte er ihr kaum etwas verschweigen. Wenn man jemanden kennenlernte, auf eine schnelle Weise, sollte man ihn immer zum Kampf herausfordern. Und er und Seraphina übten schon so lange zusammen. Hatten schon einige Schlachten hinter sich – wenn es jemand gab, der ihn genauso gut wie Syrah kennen würde, gab es nur noch sie und seinen damaligen Lehrmeister. So hielt er ihren rehbraunen Augen nicht lange genug stand und ließ sich, auf einmal , einfach auf den Boden sinken. Lehnte sich an die starken Beine seines Pferdes, welches einfach nur da stand. Ohne zu zögern nahm er einfach seine Krone ab und hängte sie über sein Knie. Betrachtete jenes Statussymbol einen Augenblick. Nur um dann schließlich auf die Worte seiner Vertrauten zu antworten.

Ich...gebe dir und dem Heer alle Hoffnung...

so begann er die Worte leise zu sprechen und sah dann schließlich zu seiner Heerführerin auf. Einer Person, der er, ohne zu zögern, sein Leben anvertrauen würde. Ein mattes und erschöpftes Lächeln huschte über seine Lippen. So, wie es das oft tat, wenn er aus seinen dunklen Gedanken nicht heraus kam.

Aber ich behalte keine Hoffnung für mich.

….
Ich hatte noch nie angst vor einem Tod oder etwas der Gleichen, wie du sehr wohl weißt. Es ist...etwas anderes. Eine...eine Gewissheit, dass es gut gehen wird. Und dennoch weiß ich genau, welchen...Preis ich dafür zahlen werde...


Langsam senkte er seinen Blick wieder auf die Krone hinunter bevor er seinen Kopf an das Bein seines Tieres lehnte und zu Sera hoch sah. „Du kennst die Berichte – wir sind sie zusammen mit dem Rat durchgegangen und mein Plan steht weiterhin fest. Von dem Augenblick an, seitdem ich weißt dass wir in den letzten Kampf ziehen werden. Und ich vertraue darauf, dass du allen Kerlen in den Hintern treten wirst, wenn sie meinen Anweisungen nicht folgen..“. Sachte lächelte er und musste daran denken, dass Seraphina dies wirklich tun würde – und er dann nicht in der Haut der anderen Kerle stecken wollte.

Bei Sera | erschrickt | lässt sich auf den Boden sinken | wirkt hilflos und fast zerbrochen

_________________


Reiter preschen durch die Menge, Bogenschützen lichten Reihen, Lanzenträger Katapulte, Mauern brechen, stürzen ein. Auf der Höhe die Strategen, Boten hetzen durch die Schlacht, Der Spion in Feindeshand - Ein Hinterhalt in finst'rer Nacht..Das Kriegsglück liegt bald hier, bald dort, Gegner tasten, suchen Lücken, Brechen durch - ein Gegenschlag. Man sieht Männer Waffen zücken. Einer dann den Ausfall wagt, Recken prallen aufeinander. Panzer scheppern, Schilde brechen, Klingen suchen, finden, stechen...
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Fr Dez 13, 2013 11:06 pm

Wie üblich wachte Nic sehr früh auf. Selbst wenn ihm das aufstehen immer unglaublich schwer viel, wenn er bei Rouven war. Etwas, dass verboten war. Und doch trafen sich die beiden Männer inzwischen so regelmäßig wie es ging. Nicht immer war es gut gegangen. Denn manchmal musste Rouven seinem Beruf nachgehen und dann musste auch Nicoló jederzeit seinem Beruf nachgehen. Aber es funktionierte bisher. So wie es lief, selbst wenn er seinem Geliebten bisher noch nie gesagt hatte, was er eigentlich wirklich machte. Langsam drehte er sich um und achtete darauf Rouven noch nicht zu wecken. Denn so konnte er noch einen Augenblick das schlafende Gesicht seines Liebhabers betrachten. Eng und sanft kuschelte sich Nic noch einmal in dessen Arme und strich mit den Fingern sanft über den nackten Oberkörper des Mannes. Dabei glitt sein Blick kurz zu seinem rechten Handgelenk. Zwar durften die beiden keine Ringe tragen, aber irgendwann hatte er Rouven ein Armband geschenkt und jetzt hing solch eines, schon seit etwas längerer Zeit, auch an seinem Handgelenk. Ein sanftes Lächeln huschte dabei über seine Lippen. Bis er dann seine eine Hand hob und sanft über die Wange seines Geliebten strich. „Rou...Rouven aufwachen..“, sagte er sehr leise und küsste die Lippen des anderen Mannes zärtlich. Mit einem frechen, aber liebevollen Lächeln drängte er Rouven rücklings ins Bett und beugte sich über ihn, „Na los..komm schon..“. Um ihn noch einmal zu necken, biss er ihm etwas in die Unterlippe und erhob sich dann. Kurz sah er sich um und kratzte sich am Hinterkopf. Denn Nic hatte begonnen seine Sachen zusammen zu suchen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn diese im ganzen Raum verstreut waren. Schließlich entdeckte er zumindest seine Hose und schlüpfe in jene hinein. Erst jetzt streckte er sich und seinen Rücken hörte man dabei doch ein wenig knacken.

Komm du musst bald arbeiten und ich heute vielleicht auch...“, sagte er leise und drehte sich wieder zu Rouven um. Ruhig zog er sich die Stiefel an und wusch sich dann mit dem kalten Wasser in der Schüssel. So wurde er wenigstens etwas wach. Bis er dann schließlich das leise Pochen am Fenster bemerkte. Nicoló sah zu dem Fenster, an dem gerade sein Sakerfalke gerade gegen die Fensterscheibe  klopfte. „Ich korrigiere mich..ich muss arbeiten..“, sagte er dann leise und öffnete das Fenster. Ruhig nahm er dem Vogel eine Schriftrolle vom Bein ab und überflog die seltsame Schrift dort. Dabei schritt er wieder durch den Raum und lehnte sich langsam gegen den Tisch. Immer mehr zog Nic seine Augenbrauen zusammen, bis er die Schriftrolle wieder zusammen rollte und sah dann nachdenklich zu seinem Falken. Dann wanderte sein Blick zu Rouven und dennoch war es sich nicht sicher, ob er dies tun sollte. Eigentlich war es ihm verboten mit jemandem darüber zu sprechen. Außerdem würde Nic dadurch in ziemliche Bedrängnis geraten. Sollte jemand herausfinden, dass er mit jemandem von der Wache zusammen arbeitete, würde er sehr schnell sterben. Aber alleine würde er es nicht schaffen. Da war sich Nic sicher. Nachdenklich fuhr er sich über den Stoppelbart und schien immer noch mit sich zu ringen. Schließlich stieß er sich vom Tisch ab und verbrannte das Schriftstück erst einmal in der letzten Glut im Kamin.

Ich brauche deine Hilfe Rouven.“, sagte er dann schließlich und wusste dennoch nicht, wie er es ihm wirklich sagen sollte. Denn Verdacht würde Nic gewiss erregen. Niemals würde ein Söldner so einen Auftrag bekommen. „Ich fürchte, ich kann...meinen Auftrag nicht erfüllen, wenn du mir nicht hilfst.“, bat er dann leise. Dabei überlegte er sich, wie ehrlich er seinem Geliebten über sein sollte. Wie ehrlich er ihm gegenüber sein konnte, ohne fast sofort zu sterben. Tief atmete er durch und ging auf Rouven zu. Zärtlich küsste er die Lippen seines Liebhabers und sah ihm dann tief in die Augen, „ Hilfst du mir?“.

Bei Rouven | steht auf | liest die Schriftrolle
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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Sa Dez 14, 2013 1:26 am

Wenn man sich den Befehlshaber der Wache in diesem Augenblick betrachtete dann würde man niemals den Eindruck gewinnen, dass alleine Rouven’s Stimme Männern den Tod bringen könnte. Wie ein seelig schlummernder Engel wirkte der Dunkelhaarige in diesem Augenblick, so das er auch nicht mitbekam wie sich sein Geliebter bereits erhoben hatte und dem Bett entschlüpfte. Denn Rouven’s Gedanken dämmerten noch in seiner Traumwelt, auch wenn sein Schlaf merklich leichter geworden war und er in den nächsten Minuten die Augen aufschlagen würde. Doch noch war es dafür zu früh und so räkelte er sich leicht. Bevor er dann jedoch den warmen Körper seines Liebhabers neben sich spüren konnte und ein sanftes Lächeln über Rouven’s Lippen huschte. Auch wenn der Dunkelhaarige wußte, dass diese seelige Ruhe in den nächsten Minuten unterbrochen werden mußte, denn schließlich würde er wie eigentlich jeden Morgen seinen Rundgang beginnen und seine Untergebenen abfangen ob ihnen etwaige Vorkommnisse aufgefallen waren.

Mit einem sanften Lächeln spürte Rouven die Berührung seines Liebhabers, wie dessen Finger über seine Wange glitten und sich seine Augen ob jener Berührung flatternd öffneten. Auch wenn man den Eindruck gewinnen könnte der Dunkelhaarige wäre nach einem solchen Abend noch trunken, so wirkten seine Gesichtszüge messerscharf gezeichnet und sein Blick legte sich augenblicklich stechend auf seinem Liebhaber nieder. Bis er spürte wie ihn sein Liebhaber rücklings in’s Bett hinein drängte und er ob des Biss in seine Unterlippe unterdrückt aufstöhnte. “Welch‘ stürmische Begrüßung am frühen Morgen.“ Raunte Rouven nahe an den Lippen seines Geliebten, dessen Wangenknochen er nachzeichnete und sein Kinn im nächsten Moment abrupt umfasste. So das er sich einen genußvollen Kuss stehlen konnte und dem etwas älteren Herrn anschließend verzeihend über die Unterlippe leckte. Doch da zog er seine Finger auch schon langsam zurück und beobachtete eine jede Bewegung seines Geliebten. Wie er sich nach seinen Kleidungsstücken bückte und schließlich in seine Hose schlüpfte. “Ohne hast du mir besser gefallen.“ Raunte Rouven mit einem anzüglichen Schmunzeln auf den Lippen. Bevor er sich schließlich selbst erhob und seine Kleidungsstücke zusammen sammelte.

“Du willst mich doch nicht etwa los haben?“ Murmelte Rouven mit einem verschmitzten Klang in seiner Stimme, während sein durchdringender Blick auf seinem Liebhaber ruhte und er sich diesem wie ein Raubtier näherte. Nur um abrupt inne zu halten als auch er das leise Pochen am Fenster vernahm und dort draußen ein Falke aufgeregt vor dem Fenster hin- und her flatterte. Was hatte das zu bedeuten? Mit gerunzelter Stirn flog sein Blick in Richtung seines Liebhabers, der sich dem Fenster näherte und etwas vom Bein des Falken zupfte. Die Worte seines Geliebten nahm der Dunkelhaarige mit einer steilen Falte zwischen seinen Augenbrauen zur Kenntnis. “Du mußt arbeiten? Jetzt?“ Knirschte Rouven zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor und näherte sich seinem Liebhaber, so das er direkt vor dem etwas Älteren zum Stehen kam. “Du wirst mich doch jetzt nicht alleine zurück lassen, oder?“ Raunte Rouven an seinen Lippen, während er mit seinen Fingern über den Brustkorb seines Liebhabers tänzelte und eine seiner Brustspitzen zwischen Daumen und Zeigefinger zu zwirbeln begann. Mit einem mal schien sich die Luft in diesem Zimmer merklich abgekühlt zu haben und dies lag einzig und alleine an dem kleinen Pergamentstück, welches sein Liebhaber geradewegs im Feuer verbrannte. Etwa eine Nachricht die keiner lesen durfte? Was hatte das alles zu bedeuten und für wen arbeitete sein Liebhaber? Ein einfacher Söldner würde solche Nachrichten doch nicht sofort verbrennen, oder etwa doch? Zumindest nicht die Art von Söldner die der Befehlshaber kannte.

Bei den Worten seines Liebhabers vertiefte sich die steile Falte zwischen Rouven’s Augenbrauen und in seinen Augen konnte man ein misstrauisches funkeln erkennen. “Was genau meinst du damit, du kannst deinen Auftrag nicht erfüllen wenn ich dir dabei nicht helfe?“ Mit jeder Faser seines Körpers verströmte der Dunkelhaarige puren Argwohn, während er zugleich seine Arme vor seinem Oberkörper verschränkte und seinen Geliebten nicht aus seinem stechenden Blick entließ. Selbst dann noch nicht als er dessen liebevollen Kuss spürte und die eisige Fassade des Befehlhaber’s in’s Wanken geriet. “Was genau forderst du von mir?“ Wollte Rouven dann doch mit einem ruhigen Klang in seiner Stimme wissen.
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Seraphina

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BeitragThema: Re: Kapitel 1 ; Welcome to the Masquerade   Sa Dez 14, 2013 2:14 am

Schweigsam betrachteten die dunklen Augen jenen jungen Mann, der nun zu Boden sank. Kraftlos, als würde ihn jegliche Last nieder drücken. War Talis immer voller Elan und Energie, so wirkte er nun wie ein alter Mann dem die Kraft fehlte weiter voran zu gehen. Ein Mann, dem man seine Jugend geraubt hat. So entwich ein leises Seufzen über die Lippen Seraphinas, während sie ihren Herren so musterte. Es war als hätte man ihr eine gänzlich andere Person hier hingesetzt. Vielleicht kam die Kriegerin deswegen nicht umhin sich vom Holz fort zu stoßen und auf den jungen König zu zugehen. All zu gut konnte sie sich noch an seine männliche Kraft erinnern, als sie beide einen Abend in einem Lager sich gehen ließen. Sie hatte seine Narben auf dem Rücken gespürt, seine Kraft in seinem jungen Körper. Doch jetzt sah sie davon nichts mehr. Als wäre es ein Trugbild ihrer Erinnerungen. In einer fast schon anmutigen Bewegung leis sich die Braunhaarige auf ihr rechtes Knie nieder, als wollte sie sich vor seiner Schwäche verneigen. Doch wenn man in ihr Gesicht sah, so blickten einen harte rehbraune Augen entgegen. Seelenspiegel die viel Blut, Schmerz und Tot gesehen hatten. In ihnen Mitleid zu erblicken, schien nahezu unmöglich. Aber ihr harter, verärgerte Blick galt dem König im vollen Bewusstsein. So wie er seine Worte formulierte, so hatte sich dieser junge Herr schon aufgegeben. Er selbst hatte sein Schicksal schon besiegelt, ohne die Waffe dafür erhoben zu haben.

"Wenn Ihr keine Hoffnung für Euch behaltet, dann seit ihr ein armer Mann geworden mein Herr. Ein jeder Ritter weiß was ihn erwartet, einige wissen das sie ihre Frau und ihre Kinder nie wieder zu sehen bekommen werden. Dies ist nun einmal eine Schlacht, in der Preise verlangt werden. Für alles gibt es einen Preis. Für jeden Gewinn gibt es an anderer Stelle ein Tribut. Für jedes Leben ein Todesfall. Selbst von euch, von dem wir so viel schon gehört haben, musste gezahlt werden. Blut ist geflossen und die Hölle möge nun zufrieden sein, aber wir werden nicht wie die feigen Straßenrunde die Schwänze einziehen und zusehen wie ihr solch ein hohes Tribut zahlt wie es euch in den Sinn steht. Vielleicht sind wir nur Ritter, aber wir kämpfen für die Ehre eures Landes mein Herr!"

Strich es mit leichter Wut über ihre Lippen, die ihrer Stimme eine Schärfe verliehen die ein anderer vielleicht schon erzittern lies. Denn sie verzichtete gerade bewusst auf das du. Dies vor ihr war nicht der Mann den sie kannte, der selbst mit Wunden noch auf das Schlachtfeld hinaus ritt um seine Männer zu unterstützen. Mit einer recht flinken Bewegung die einem Dieb gegebenenfalls würdig wäre nahm sie die Krone von seinem angewinkelten Knie. Schwer wiegte sie in ihrer Hand und kalt. Ein Schmuckstück das vieles mit sich brachte. Sie musste nicht sein Rang besitzen, um zu wissen was seine Aufgaben waren. Was es mit sich brachte über ein Königreich zu herrschen. Er musste Entscheidungen treffen, die sonst sein Vater getan hatte. Talis würde nun über Leben un Tod entscheiden, über einzelne Menschen richten und vieles mehr. Er war nun derjenige der entweder sein Reich zu Ruhm und Ehre führen konnte mit einem ruhigen Leben oder aber das ganze Land in Armut und Verderben stürzen lassen, vielleicht auch in Knechtschaft mit den falschen Entscheidungen. Langsam erhob sie sich wieder und wiegte den wertvollen Gegenstand in ihrer Hand der nicht einmal Ansatzweise so schwer war wie die Last, welche sie bedeutete. Mit einer plötzlichen Eingebung huschten ihre rehbraunen Augen zum Rappen hinüber der seine Ohren aufmerksam nach vorne gerichtet hatte. Sie wusste das dies edle Geschöpf ihr zwar nichts tat, aber dennoch war er stets immer noch angespannt. Es war als traue er nur Talis. dennoch wagte sie es. Mit einer ruhigen Bewegung streckte sie den Arm aus und setzte die Krone auf den Kopf des Rappens der nur kurz seine Ohren zurück gelegt hatte. Ein amüsiertes Lächeln schlich sich in das Gesicht Seraphinas bei dem Anblick.

"Nun, eurem Rappen steht die Krone ausgezeichnet. Jedoch wird es immer noch eure Last sein, welche der Status mit sich bringt Talis."

Schließlich seufzte sie kurz auf und blickte dem jungen Mann auf dem Boden an. Sie wusste was sie alles besprochen hatten mit dem Rat. Aber sie wusste auch das der Braunhaarige etwas tun würde, was über sie alle richten wird.

"Hör zu Talis... Du bist ein ehrenvoller Mann und das Volk liebt dich dafür, wie du bist. Du bist weder Prinz noch König, der seine Untertan als Sklaven sieht sondern als Menschen. Gewiss hast du eine große Verantwortung die dir keiner nehmen kann. Aber du solltest nicht so kampflos voran schreiten. Das Reich wird dich brauchen. Ich kenne deinen Plan und auf deinen Wunsch werde ich deinen Befehl auch folge leisten, aber das bedeutet noch lange nicht das ich damit einverstanden bin welche Richtung du einschlägst. Wir können die Schlacht für uns gewinnen, ohne mit gesenkten Haupt und vielleicht auch noch gedemütigt uns zu ergeben. Gewiss fürchten sich die Männer, aber sie sind Ritter mit Stolz und auch mit Angst. Den wer nicht fürchtet, der kennt seine Grenzen nicht und in dem Fall weiß ich genau, wovon ich rede. Selbst meine Furchtlosigkeit wird mir noch den Kopf kosten, aber ich werde mich nicht vor einem Mann verneigen, der sein Stolz und sein Lebensmut verloren hat."

Meinte sie schließlich, während sie noch immer den König betrachtete. Konnte er wirklich einfach so alles hin werfen was aufgerichtet wurde? Ihr fiel es gerade schwer ihn einzuschätzen, weshalb ein weiterer schwerer Seufzer über ihre Lippen wich. Nur um dann ihm ihre Hand hin zu halten, damit er sich aufrichten könnte.

"Steh auf... Und wenn ich nicht gleich den Talis auf seinem Rappen reiten sehe, den ich zu Beginn kennengelernt habe, dann lasse dir gesagt sein, werde ich mit allen Mitteln einen eigenen Weg einschlagen und notfalls Männer opfern wenn es keine andere Möglichkeit gibt um ein anderes Ziel zu ergreifen als den Weg der es sein soll!"

[ In der Stallung bei Talis | spricht mit ihm ]
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